Experte gibt Tipps

Hund verschwindet nach Jagd spurlos: Helfer baggern Fuchsbau auf

Mithilfe dieses Plakats sucht Wolfgang Deppe nach seinem Hund Curly im Waldgebiet am Spießturm in Nordhessen.
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Mithilfe dieses Plakats sucht Wolfgang Deppe nach seinem Hund Curly im Waldgebiet am Spießturm in Nordhessen.

Ein Hund wird nach der Jagd im Schwalm-Eder-Kreis vermisst. Doch was tun, wenn das Tier spurlos verschwunden ist? Ein Experte gibt Ratschläge.

Frielendorf – Auf einmal ist der Hund weg. Das wohl Schrecklichste, was einem als Hundebesitzer passieren kann. „Die Ungewissheit ist schlimm. Man fühlt sich daneben“, weiß Wolfgang Deppe aus dem Borkener Stadtteil Pfaffenhausen.

Sein Jagdhund Curly verschwand bei einer Bewegungsjagd am Samstagvormittag, 11. Dezember, im Waldgebiet beim Spießturm in Spieskappel.

Hund nach der Jagd verschwunden: So schützt man die Tiere

Generell sei es aber relativ normal, dass Jagdhunde bei einer Jagd verschwinden, berichtet Elias Knell, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hubertus Ziegenhain. 95 Prozent der Hunde würden aber innerhalb des ersten Tages nach ihrem Verschwinden zum Besitzer zurückkommen. Dass sie über Nacht wegblieben oder gar verschwinden, sei eher eine Ausnahme, sagt Knell im Gespräch mit der HNA. Die Auswahl von geeigneten Jagdhunden findet nach sehr hohen Kriterien statt. So müssen die Hunde über einen hervorragenden Geruchssinn verfügen und besonders gut erzogen sein. Es sei normal und notwendig, dass sich die Tiere alleine im Gelände bewegen, um unter anderem das Wild aufzuspüren oder es aufzuscheuchen, so Knell.

Um die Hunde zu schützen, gibt es bei der Jagd einige Sicherheitsvorkehrungen, sodass sie sich weder im Geäst noch zum Beispiel bei einem Kampf mit einem Wildschwein verletzen. In Rücksprache mit der zuständigen Behörde gibt es bei großen Jagden Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Straßen, einige Straßen werden bei Bedarf sogar ganz gesperrt.

Außerdem verwenden die Jäger spezielle GPS-Halsbänder, um die Hunde jederzeit orten zu können. Es gibt laut Knell auch besondere Warn- und Schutzwesten für die Tiere. Diese werden unter anderem von der Firma Hunde-Navi aus Neukirchen hergestellt und vertrieben. Auf diese Weise sind die Hunde vor Wildschweinangriffen geschützt und für Waldbesucher als Jagdhunde gut erkennbar.

Elias Knell, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hubertus Ziegenhain, erklärt, was nach dem Verschwinden des Hundes zu tun ist.

Bei der Jagd entlaufen: Hunde finden meist durch Geruchssinn zurück

Falls man aber doch einmal einem herrenlosen Jagdhund begegnet, gibt es verschiedene Ratschläge, die man unbedingt befolgen sollte. Knell rät in erste Linie dazu, die Telefon- oder Handynummer auf der Warnweste des Hundes zu kontaktieren. Die meisten Besitzer haben ihre Nummer für genau solche Vorfälle dort angegeben. Sofern die Weste verschwunden ist, sollte man ein Tierheim oder die Polizei anrufen.

Die meisten Jäger und Hundehalter würden den Verlust ihres Hundes bei der Polizei melden, bestätigt auch Polizeisprecher Jens Breitenbach gegenüber unserer Zeitung. Allerdings gebe es auch Ausnahmen, mahnt Knell. So solle man keine Hunde einfangen, wenn die Vierbeiner zum Beispiel am Wochenende zwischen 10 und 12.30 Uhr in der Nähe eines Jagdgebiets unterwegs sind. Meistens würden sie durch ihren ausgeprägten Geruchssinn zurück zum Halter finden.

Hund spurlos verschwunden: Absicherung für Jagdhunde fängt Betroffene auf

Im Fall von Curly haben Sicherheitsvorkehrungen und Ratschläge nichts genützt. Wolfgang Deppe geht davon aus, dass sein Hund nicht zu ihm zurückkehrt. Man habe sogar einen Fuchsbau aufgebaggert, nachdem das GPS-Signal von Curlys Halsband abgerissen sei, so Deppe. „Verschwundene und tote Hunde gehören leider dazu“, sagt der Jäger.

Für einen solchen Vorfall hat sich auch die Jagdhundsolidaritätskasse Schwalm gegründet. Sie bietet eine Absicherung für Jagdhunde, die bei Jagden im Einsatz sind. Alle teilnehmenden, hundelosen Jäger müssen am Anfang der Jagd fünf Euro entrichten, damit der Besitzer im Falle einer Verletzung die Tierarztrechnung begleichen könne, erzählt der Vorsitzende Heinrich Riehm. Außerdem werden mithilfe der Kasse Hundebesitzer entschädigt, bei denen der Hund bei der Jagd verstirbt. (Jakob von Sass)

Auch im Werra-Meißner-Kreis wurde ein Hund nach der Jagd monatelang vermisst. Der Besitzer fürchtete einen Diebstahl und bat um Hilfe.

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