1. Startseite
  2. Lokales
  3. Schwalmstadt
  4. Frielendorf

Frielendorfer Arzt Joachim Fleischhut geht in den Ruhestand

Erstellt:

Kommentare

Sagt Ade: Der Frielendorfer Allgemeinmediziner Joachim Henkel geht zum Jahresende in den Ruhestand. Auf dem Bild befindet er sich in der Naturheilpraxis seiner Frau.
Sagt Ade: Der Frielendorfer Allgemeinmediziner Joachim Fleischhuth geht zum Jahresende in den Ruhestand. Auf dem Bild befindet er sich in der Naturheilpraxis seiner Frau. © Christine Thiery

Der Frielendorfer Allgemeinmediziner Joachim Fleischhut geht zum Jahresende in den Ruhestand. Er war 25 Jahre Hausarzt im Marktflecken.

Frielendorf. Nach 25 Jahren ist nun Schluss. Der Frielendorfer Arzt Joachim Fleischhut geht zum Ende dieses Jahres in den Ruhestand. Dann legt er das Stethoskop zur Seite und steigt mit dem Jahresbeginn aus der Gemeinschaftspraxis Henkel, Fleischhut Rosenthal aus.

„Mit 66 Jahren ist es Zeit, sich aus dem Berufsleben zurückzuziehen“, sagt er. Der Weg bis zu seinem Traumberuf war lang. Er hat einige Mühen auf sich genommen, um Arzt für Allgemeinmedizin zu werden. Im Gegensatz zu heute gab es früher eher eine Ärzteschwemme. „Viele wollten damals in den Beruf einsteigen“, sagt er. Die Hürden waren allerdings genauso hoch wie heute. Der Numerus Clausus lag wie heute im oberen Einser-Bereich. Das hatte der Schüler der Goethe-Schule in Kassel damals nicht geschafft und so blieb ihm nichts anderes übrig, als eine lange Wartezeit in Kauf zu nehmen. Wie viele in ähnlicher Situation nutzte er diese und arbeitete zunächst in der Pflege und wurde später Krankenpfleger.

Nach sechs Jahren des Wartens war es dann soweit. Endlich bekam er den begehrten Studienplatz für Medizin an der Georg-August-Universität in Göttingen. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt Arzt werden und zog es dann auch mit Biss durch, was nicht immer ganz einfach war. Denn während des Studiums heiratete er und bekam mit der heutigen Heilpraktikerin Ute Fleischhut drei Söhne. Nebenbei musste er also noch die Familie ernähren. Nach der Approbation folgten Stationen in einer Hausarztpraxis in Hardegsen und dem Diakonissenkrankenhaus in Kassel, danach trat er eine Stelle im damaligen Homberger Krankenhaus in der Inneren Medizin an.

Zeit für einen Schlussstrich

Der Übergang zum Hausarzt war einem Zufall vor nahezu einem Vierteljahrhundert geschuldet. Die Frielendorfer Traditionspraxis Henkel suchte einen Arzt und so wurde er vor rund 25 Jahren Teilhaber. Mit rund vierzig Jahren war er dann also dort angekommen, wo es ihn viele Jahre lang hingezogen hatte. Und dort konnte sich etablieren und einrichten. Die Familie baute in Frielendorf ein Haus und seitdem war der Hausarzt ein fester Bestandteil in der Gemeinde. Er trägt den Titel Arzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Außerdem ist er Palliativmediziner und versorgt viele hochbetagte Menschen.

„Die Medizin hat sich verändert in den vergangenen Jahren“, sagt er. Immer mehr Auflagen müssten erfüllt werden. Wegen des allgemeinen Ärztemangels verdichteten sich die Aufgaben. Man müsse pfiffig werden in der Organisation, um sich in kürzerer Zeit um immer mehr Patienten zu kümmern. Der Druck sei für ihn in der letzten Zeit größer geworden und auch gesundheitlich fühle er sich den Anforderungen langfristig nicht mehr gewachsen.

Da sei es nun besser, einen Schlussstrich zu ziehen, auch wenn ihm der Kontakt zu den Menschen sehr fehlen werde. Viele Patienten, denen er dies mitgeteilt habe, seien überrascht, weil sie ihn für jünger hielten, aber alle könnten es verstehen. Er selbst möchte dann erst einmal alles auf sich wirken lassen und schauen wie sich ein Leben ohne den täglichen Stress anfühle. Ein fester Bestandteil im Frielendorfer Leben bleibt die Trompete, die er im Posaunenchor spielt. Alles Weitere werde sich finden.

Die Praxis werde von seinem Kompagnon Dr. Karl-Eckhardt Henkel und dessen Frau Dr. Monika Rosenthal weiter geführt.

Auch interessant

Kommentare