Sie nennen sich „Windkraftskeptiker“

Initiative ist gegen Windräder im Linsinger Waldgebiet

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Die Initiative „Windkraftskeptiker“ setzt sich aus Menschen aus den umliegenden Dörfern zusammen.

Auf dem Areal zwischen Linsingen und Michelsberg plant die Gilserberger Firma Abicon im kommenden Jahr zwei mehr als 240 Meter hohe Anlagen zu errichten (wir berichteten).

In Linsingen braut sich etwas zusammen. Es wächst der Widerstand gegen den Bau zweier Windräder im Waldgebiet Waltersberg. Die Initiative „Windkraftskeptiker“ setzt sich aus Menschen aus den umliegenden Dörfern zusammen.

„Wir haben nichts gegen Windkraft, aber wir wollen nicht, dass dafür Waldgebiete zerstört werden“, betont Volker Fenner. Der Linsinger ist der Sprecher der Initiative. „Bei uns brennt der Wald“, sagt er und meint damit den Zustand der Bäume. Die ökologische Katastrophe – Trockenheit, Stürme, Schädlinge – machen dem Waltersberg wie allen anderen Waldgebieten zu schaffen. Als widersinnig empfindet es Fenner, dass einerseits Hessenforst 80 Millionen Euro in das Aufforsten von Mischwäldern investieren will, andererseits für das Errichten und den Standort der Windräder Wald vernichtet wird. „Der Wald ist doch unsere Lunge.“

"Diskussionen spalten das Dorf"

Gigantische Zufahrtswege mit einer Breite von bis zu acht Metern müssten zum Bau der Anlagen geschaffen werden, sagen die Skeptiker. Hunderte Bäume müssten gefällt werden. Selbst bei einem Rückbau wären die noch stabilen Buchenbestände dahin, sind sie sich sicher. Beim Ortstermin im Wald zeigen sie ein Feuchtgebiet. Auch das würde zerstört werden, sagt Erhard Münch aus Todenhausen.

Direkt betroffen ist Helmut Hoffmann. Er betreibt auf dem Waltersberg die Waidmannslust-Hütte. Die Windräder würden nur etwa 100 Meter weit wegstehen. „Die Hütte – das Ziel vieler Wanderer und anderer Gruppen – verliert dann an Attraktivität“, ist der Todenhäuser überzeugt.

Nicht alle in Linsingen, Todenhausen und Michelsberg sind gegen die Windräder, erzählen die Skeptiker. Unter anderem die Waldinteressenten profitieren finanziell von dem Projekt, gibt Fenner zu bedenken. „Die Diskussionen spalten das ganze Dorf“, bedauert Petra Knott aus Todenhausen.

Die Initiative jedenfalls will „wachrütteln“. Derzeit sammeln die Mitglieder Unterschriften und am Sonntag, 18. August, soll es ab 14 Uhr am Waltersberg einen Waldtag mit verschiedenen Aktionen geben.

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