Affenzoo am Silbersee

Investor plant fünf Hektar großes Freigelände an der Bobbahn

Auf der ehemaligen Abraumhalde des Tagebaus in Frielendorf – inzwischen als Tourismusstandort am Silbersee erschlossen – könnte ein Affenwald entstehen.
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Auf der ehemaligen Abraumhalde des Tagebaus in Frielendorf – inzwischen als Tourismusstandort am Silbersee erschlossen – könnte ein Affenwald entstehen.

Am Silbersee bei Frielendorf könnte demnächst ein Affenwald entstehen. Das plant zumindest eine Marburger Investorenfamilie. In dem Kleinzoo könnten das Berberaffen, Kattas und Erdmännchen leben.

Frielendorf – In die Freizeit-Anlage rund um die Bobbahn am Silbersee könnten demnächst Affen einziehen. Auf rund fünf Hektar am Waldgelände der Bahn plant eine Investorenfamilie aus Marburg einen Affenwald in Form eines Kleinzoos für Berberaffen, Kattas und Erdmännchen. Investor ist die Alma Erlebnispark GmbH aus Marburg. Sie betreibt bereits zwei Affenparks in Straußberg/Thüringen und in Malchow. Der Sprecher des Familienbetriebes Tobias Görge teilte mit, dass die Familie seit längerem einen weiteren Standort in der Nähe von Marburg errichten wollte und durch Stefan Groll, der die Bobbahn in Frielendorf betreibt, auf das Gelände am Silbersee aufmerksam geworden sei.

Man habe sich das Terrain angeschaut und schätze die Infrastruktur mit Wald und Wiesen als sehr geeignet ein. In den beiden anderen Parks gebe es auch eine Bobbahn in der Nähe, sagt der 44-Jährige. Die Familie sei eher durch einen Zufall dazu gekommen Affenparks zu betreiben. Görge ist selbst Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, genau wie sein Vater Alfred Görge. Dieser habe nach der Wende Mitte der 90er Jahre die Familie der Gaststätte Waldhaus in Straußberg wirtschaftlich beraten und dabei hätten sie für die touristische Aufwertung den Affenpark ins Leben gerufen. Dieses vielleicht erst einmal ungewöhnliche Vorhaben habe sich hervorragend entwickelt und als wahrer Magnet entpuppt. Daher habe die Familie einen zweiten Affenpark bei Malchow angesiedelt. Beide Parks hätten sich inzwischen längst etabliert. Es gibt dort auch Kleinkängurus.

Affenpark am Silbersee: Investoren haben jahrelange Erfahrung in dem Bereich

Die Familie verfüge über eine über 20-jährige Erfahrung in diesem Bereich. Ausgebildete Fachleute kümmerten sich um die artgerechte Haltung der Tiere und man arbeite mit dem Primatenzentrum der Universität Göttingen zusammen. Fünf Hektar des Waldgeländes oberhalb der Bobbahn sind am Silbersee bislang dafür vorgesehen. Das Gelände gehört der Gemeinde und soll gepachtet werden. Dort sollen zunächst einmal 25 bis 30 Berberaffen untergebracht werden. Die Tiere stammten aus der natürlichen Nachkommenschaft aus dem Park in Straußberg. Zwei getrennte Gehege sind geplant, weil man Kattas und Berberaffen nicht zusammen halten könne, sagt Görge. Allein das Terrain der Berberaffen soll 3,5 Hektar groß werden und befindet sich unterhalb der Bobbahn, es werde mit einem hohen Zaun eingefasst, Ställe und Versorgungsgebäude werden errichtet. Das andere Gelände für Kattas und Erdmännchen befinde sich weiter höher auf dem Plateau.

„Die Tiere halten sich in den Bäumen und dem Gehege auf.“ Die Besucher werden über eigens angelegte Gehwege mit Absperrungen über das Gelände geführt und können die Tiere beobachten. Falls die Genehmigung erteilt wird, will Görge noch in diesem Jahr mit dem Bau der Anlage beginnen. Eine Aufnahme des Betriebes noch in diesem Sommer könne er aber selbst dann nicht garantieren, die Affen müssen sich erst an das neue Terrain gewöhnen. Gerüchten im Ort zufolge, wonach die Lärmbelästigung durch die Affen steigen soll, könne er nicht bestätigen. Die Affen würden nicht übermäßig viel Krach machen. Zudem befände sich die Anlage weit vom Ort entfernt und auch zu den Ferienhäusern auf der anderen Seeseite sei genügend Abstand. Nach seinen Erfahrungen aus den anderen beiden Parks könne dies kein Problem sein.

Stefan Groll, der die Bobbahn und die Freizeitanlage rund um das Gelände betreibt, setzte sich für den Park ein. Er sieht dadurch eine weitere Attraktion und touristische Aufwertung. Dies sei sanfter Tourismus, der gut in das Frielendorfer Angebot passe. (Christine Thiery)

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