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Jens Nöll ist seit einem halben Jahr Bürgermeister in Frielendorf

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Von: Sylke Grede

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Jens Nöll sitzt an seinem Schreibtisch.
Erste Amtszeit: Der Großropperhäuser Jens Nöll blickt auf seine ersten sechs Monate als Frielendorfs Bürgermeister zurück. © Sylke Grede

In diesen Tagen blickt Jens Nöll auf sein erstes halbes Jahr als Bürgermeister der Gemeinde Frielendorf zurück – Anlass für einen Besuch im Rathaus.

Frielendorf – In der Bürgermeisteretage herrscht in der Tat so etwas wie Aufbruchsstimmung: Kisten mit alten Akten, Presseartikeln stapeln sich in Nölls Büro; im Vorzimmer steigt der Besucher über Kartons mit Gemeindepräsenten wie zum Beispiel Wandteppiche in Handtuchgröße mit dem Gemeindewappen, Gemeindechroniken aus dem Jahr 1956 und viele andere Dinge, die sich im Laufe der Jahre in den Büroschränken angesammelt haben.

Nöll erklärt auch sofort die Ursache für den leichten Hauch von Chaos in seinem Arbeitsstockwerk: Es soll renoviert und umstrukturiert werden. Damit geht eine neue Büroorganisation einher. Der Bürgermeister zieht nach nebenan in ein kleineres Büro, sein altes und das ehemalige Vorzimmer werden zu einem Großraumbüro zusammengefasst.

Ansonsten ist Nöll, der bis zu seinem Amtsantritt in Ziegenhain ein Versicherungsbüro betrieb, angekommen im neuen Job, erklärt er beim Gespräch neben den Umzugskartons. „Ich habe ein tolles Team gegen ein anderes tolles Team getauscht“, lobt der 50-Jährige seine Mannschaft.

Nöll möchte das Ehrenamt stärken

Und auch wenn er sagt, er habe ein gut bestelltes Feld übernommen, setzt er durchaus neue Akzente. Damit sind nicht nur die wöchentlichen Teambesprechungen mittwochs um 8.30 Uhr gemeint oder die Freitagsschließung des Rathauses, um Kosten für Energie zu sparen.

Nein, er hat bereits einen Punkt umgesetzt, den er vor seiner Wahl betont hat: das Ehrenamt zu stärken. Dazu ist jetzt eine eigene Stelle im Rathaus geschaffen worden. Deren Profil sieht unter anderem vor, Vereine in der Verwaltungsorganisation zu entlasten und zu unterstützen. Insbesondere geht es dabei um die Frielendorfer Feuerwehrarbeit, die mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden ist. Das Aufgabengebiet der neuen Sachbearbeiterin sieht außerdem die Betreuung der politische Gremien in Vor- und Nachbearbeitung von Sitzungen vor

Vieles von dem, was im ersten Halbjahr bereits umgesetzt wurde, sei bereits vorher angestoßen worden, sagt Nöll. Dabei denkt er an den neuen Waldkindergarten und die Sanierung des Kindergartens in Obergrenzebach. „In eine gut laufende Sache muss man nicht eingreifen.“

Gemeindewald soll aufgeforstet werden

Ein Projekt will Nöll noch intensivieren. Das ist das Aufforsten des Gemeindewaldes. Als große Flächengemeinde mit 16 Ortsteilen besitzt Frielendorf keine größeren zusammenhängenden Waldflächen, sondern nur großräumig verteilte Waldanteile.

Finanziert werden könnte die Aufforstung zum Beispiel durch das Geld, das die Gemeinde über den Betrieb der beiden Windräder bei Linsingen verdient. Denn, so Nöll, durch veränderte Vorgaben ist Frielendorf jetzt anteilig an dem Stromertrag der beiden Anlagen beteiligt.

Das Thema Affenpark ist noch nicht vom Tisch, betont Nöll. Zwar hätten sich die Investoren über einen längeren Zeitraum nicht gemeldet, aber abgesagt hätten sie ihr Vorhaben auch nicht.

Wasserstand im Silbersee sinkt

Sorgen bereitet dem Bürgermeister der weiter sinkende Wasserstand des Silbersees. Es könnte mit dem allgemein sinkenden Grundwasserspiegel zusammen hängen, es könnte aber auch Wasser in dem ehemaligen Tagebaugebiet versickern. Experten finden keine Erklärung.

Auch im persönlichen Bereich ist sein Amt vollends angekommen. Die ersten Wochen, an denen er keinen Abend zuhause war, hat er bereits hinter sich. Am Hochzeitstag konnte er seiner Frau knapp einen Blumenstrauß vorbei bringen und immerhin hat er einen einwöchigen Urlaub in Norwegen verbringen können.

Von seinem Vorsatz, für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen, bringt ihn das nicht ab. Er sagt aber, „eine 60- bis 70-Stunden-Arbeitswoche hält keiner sechs Jahre durch“. (Sylke Grede)

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