Malerei verbindet Menschen

Karin Diehls Schwälmer Steine reisen um die Welt

Das Foto zeigt Karin Diehl aus Niedergrenzebach. In ihren Händen hält sie bemalte Steine.
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Die Motive für ihre Steine findet Karin Diehl aus Niedergrenzebach in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Karin Diehls bemalte Steine mit Schwälmer Motiven gehen um die Welt. Jüngst konnten sich so zwei ehemalige Brieffreundinnen wiederfinden. Inspiration für ihre Steine findet Diehl in der unmittelbaren Umgebung.

Niedergrenzebach – „Schon immer gab es viele schöne Anekdoten rund um die Steinmalerei. Jetzt aber konnten zwei ehemalige Brieffreundinnen über einen meiner Schwälmer Steine wieder zueinanderfinden“, schwärmt Karin Diehl, die begeistert Steine bemalt und diese nicht nur in der Schwalm zum Finden auslegt, sondern hin und wieder auch mal auf ganz große Reise schickt. So sandte sie auch einen ihrer Steine, bemalt mit einem Schwälmer Schnatz-Mädchen, nach Texas. „Ich lege Grußkarten gerne einen flachen Stein bei. Die Empfänger freuen sich über die ganz persönlichen Grüße besonders“, so Karin Diehl, deren kräftig blau gemalten Hintergründe schon eine Art Markenzeichen sind.

Karin Diehl hält über die sozialen Medien Kontakt zu einer Gruppe in Amerika, wo sich aus Deutschland stammende, in Amerika verheiratete Frauen austauschen. „Ich schicke nicht nur Steine, sondern ab und an auch mal typisch deutsche Spezialitäten wie beispielsweise einen Brathering nach Amerika“, so Diehl. Die dort lebende Bekannte Diehls freute sich über die kleine Schwälmerin und postete ihr Schwälmer Geschenk in weiteren Gruppen ihres sozialen Netzwerks. So wurde der Stein von einer in North Dakota lebenden Deutschen entdeckt, die schon seit Langem nach einer ehemaligen Brieffreundin in der Schwalm suchte. Die gemalte Tracht weckte sofort Erinnerungen und so fragte die Frau aus North Dakota bei der Malerin nach, ob sie nicht ihre vermisste Brieffreundin kenne. Karin Diehl erhielt ein Foto der Gesuchten aus dem Jahr 1976 und Fotos Schwälmer Trachtenkinder. „Ich habe Rosemarie sofort erkannt. Die Familie lebte in Steina und so konnte sie von der Frau aus North Dakota, die in Ziegenhain suchte, nicht gefunden werden.“ Diehl und die gesuchte Rosemarie hatten einst dieselbe Schule besucht. „Ich wusste, wo die Familie zu finden ist“, erklärte Diehl, die sogleich auch von einem Trauerfall in der Familie erfuhr und so die Anfrage aus Amerika noch ein paar Tage aufschob.

Schwälmer Steine: Diehl sucht immer nach neuen Steinen

Dann aber fasste sie sich ein Herz und erzählte der Gesuchten von der Anfrage. „Es schien mir so, als ob die Gesuchte ihre Trauer mit der freudigen Geschichte für einen kurzen Moment beiseitelegen konnte. Schön, wenn ein kleiner Stein solch ein Lichtblick sein kann“, erklärt Diehl, die die Kontaktdaten der beiden weitergab, so dass einem Wiederaufleben der alten Freundschaft nun nichts mehr im Wege stehe.

Die Niedergrenzebächerin konnte schon einige solch rührender Anekdoten rund ums Steinemalen erfahren. Eine Bekannte habe stets das Ziel gehabt, einen ihrer in der Schwalm ausgelegten Steine zu finden. Leider habe die Bekannte vor ihrem plötzlichen Tod keinen ihrer Steine mehr ausfindig machen können und so brachte Diehl der Verstorbenen einen ihrer Kunstwerke ans Grab. Der trauernde Ehemann fand den Stein und freute sich, dass man an seine Frau gedacht hatte. „Unsere bemalten Steine sind einfach kleine Freudenbringer“, freut sich Diehl, die jeden Spaziergang dazu nutzt, nach neuen unbemalten Schätzchen Ausschau zu halten, um sie dann zu verzieren und auf Reisen zu schicken. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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