Regelmäßig Kontakt zu Amateurfunkern

Funkkontakt mit der Raumstation ISS: August Eichhorn aus Frielendorf spricht mit den Astronauten

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Funkbude in Obergrenzebach: Dr. Karl-August Eichhorn kann mit der ganzen Welt funken. Dazu nutzt er Satelliten aber auch Kurzwelle.

Mit dem Mann im Mond kann der Amateurfunker Dr. Karl-August Eichhorn zwar nicht reden, dafür aber mit der in 420 Kilometern Höhe fliegenenden Internationalen Raumstation ISS.

Was nur die Wenigsten wissen und was angesichts einer Weltraumbehörde wie der NASA Laien wohl auch verwundern mag, von der ISS aus gibt es regelmäßig über UKW-Funk Kontakte mit Amateurfunkern. Jeder Astronaut an Bord sei Funkamateur, erklärt Eichhorn: “Wir Funkamateure können recht einfach direkten Kontakt zu den speziellen Amateurfunk-Computern an Bord der ISS aufbauen und dabei verschiedensten Daten austauschen.“ 

Aber nicht nur der Datenaustausch ist möglich. Nach Absprache mit der NASA sind auch Gespräche mit den Astronauten machbar. Aufgrund der begrenzten Freizeit der Astronauten sei der direkte Draht ins All in der Regel aber Schulen vorbehalten, weiß der Obergrenzebacher: „Unser Astro-Alex hat während seines Aufenthalts auf der ISS gern gefunkt.“

Wem der Funkkontakt zur ISS nicht reicht: Für 35.000 Dollar pro Nacht will die NASA ab 2020 Touristen zur Internationalen Raumstation bringen.

Bilder von ISS empfangen

Eichhorn beschäftigt sich seit April regelmäßig mit den unterschiedlichsten tieffliegenden Satelliten und hat inzwischen viele Bilder von der ISS empfangen. „Für die ISS folgen meine Richtantennen computergesteuert exakt ihrer vorausberechneten Flugbahn und ich habe dabei immer besten Empfang, bis sie am Horizont wieder verschwindet.“

Gefunkt wird mit einer normalen Sat-Schüssel.

Dr. Karl-August Eichhorn funkt aber nicht nur ins All, sondern der Amateurfunker mit dem Rufnamen DK3ZL nutzt für sein Hobby auch den ersten geo-stationären Amateurfunk-Transponder (QO-100), der sich auf dem TV-Satelliten Es’hail-2 aus Katar befindet.

Der Satellit steht in 36 000 Kilometer Höhe über dem Äquator. Stehen sei eigentlich der falsche Ausdruck, den immerhin bewege sich der künstliche Himmelskörper mit gut 1. 000 Kilometern pro Stunde in Drehrichtung der Erde, aber in dieser Höhe scheint er still zu stehen, erklärt der Obergrenzebacher: „Seine Umlaufzeit ist genau einen Tag.“

Nur wenige Watt notwendig

Für den Kontakt mit Es´ hail-2 reicht die normale Sat-TV-Schüssel auf dem Dach. Zum Senden seien nur wenige Watt notwendig, sagt Eichhorn und zeigt auf die Schüssel: „Der Empfang funktioniert mit einem umgebauten handelsüblichen SAT-TV-LNB.“ LNB ist eine Abkürzung und steht für Low Noise Block Converter, was so viel bedeutet wie rauscharmer Signalumsetzer. Der LNB verstärkt die schwachen Signale des Satelliten. „Die Technik hat sich in den vergangenen zehn Jahren revolutioniert“, so Dr. Eichhorn.

Der Vorsitzende des Ortsverbands Schwalm-Knüll des Deutschen Amateur-Radio-Club ist einer der Ersten in der Region, der die neuen Möglichkeiten über QO-100 nutzte und ohne die klassische Kurzwelle mit Ost-Brasilien, der Antarktis – die Georg-von-Neumayer Station ist mit aktiven Funkamateuren besetzt – Europa, Afrika, Indien bis Bangkok, West-Malaysia und sogar dem westliche China funkt. 

Es sei faszinierend, seine eigene Stimme im Empfänger von dem geo-stationären Satelliten zurück zu hören, wenn die Funkwelle dabei 72.000 Kilometer – hin und zurück – durch das Weltall geflogen sei, sagt Eichhorn: „Für diesen Weg braucht sie knapp eine Viertelsekunde, man hört also einen echten Echo-Effekt.“

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