Anbieter 1&1 lässt 74-Jährigen warten

Frielendorfer seit sechs Wochen ohne Internet und Festnetz

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Kein Anschluss unter seiner Nummer: Karl Heinz Bierwirth aus Frielendorf ist seit sechs Wochen ohne Telefon und ohne Internet. Dabei hatte er schon am 17. Dezember 2015 einen Vertrag mit 1&1 abgeschlossen.

Frielendorf. Seit Wochen schläft Karl Heinz Bierwirth schlecht. Die Nerven liegen blank. Ohne Festnetz und ohne Internet ist der 74-Jährige seit dem 22. Juni.

Und das, obwohl er einen Vertrag mit 1&1 schon am 17. Dezember 2015 abgeschlossen hatte. „Wenn ich die Werbung schon höre, könnte ich die Wand hochgehen. Von wegen heute bestellt und morgen da“, sagt Bierwirth merklich verzweifelt. Fein säuberlich hat der Rentner nicht nur alle Rechnungen parat, sondern auch sämtliche Reklamationen schriftlich festgehalten: „Die Mitarbeiter bei den Hotlines haben nichts zu sagen und konnten mir nicht helfen“, fällt er ein hartes Urteil.

Ein schlechtes Gewissen hat nun ein Bekannter Bierwirths, der ihn vor acht Monaten zu 1&1 vermittelte. Die Aussicht auf 180 Euro Ersparnis allein im ersten Jahr habe ihn gereizt. Bei Wechseln von Gas- und Stromanbietern habe er beste Erfahrungen gemacht.

Jetzt klappte die Umstellung trotz Vorlauf von über einem halben Jahr nicht. Für den 27. Juni sei ihm ein Telekom-Monteur angekündigt worden, der nicht kam. Nach weiteren Beschwerden sollte der Anschluss am 6. Juli funktionieren. Das klappte nicht. Also verfasste der Frielendorfer einen Brief - und bekam eine Gutschrift über 50 Euro und einen Stick fürs Internet.

„Der Stick nutzt mir nichts, weil die Geschwindigkeit wie vor zehn Jahren ist und ich oft überhaupt nicht ins Internet komme. Ich will doch nur das nutzen, was wir vertraglich vereinbart haben“, macht der sonst so fröhliche Karnevalist deutlich.

Kein Spaß ist das auch für Freunde und Bekannte der Familie. Wer die Festnetznummer wählt, bekommt eine Ansage der Telekom zu hören: „Diese Nummer ist uns nicht bekannt." Und wird an die teure Auskunft (1,99 Euro pro Minute) verwiesen. Wie Bierwirth am 21. Juli erfuhr, wurde die Telekom als vorheriger Vertragspartner von 1&1 beauftragt, den Anschluss weiterhin zu betreuen.

 

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