Backhaus mit Kultstatus

Landlust-Magazin widmet Obergrenzebacher Hobbybäckerinnen fünf Seiten

Standen der Zeitschrift Landlust Modell: Das Obergrenzebacher Backhausteam mit Julia Riehm (von links), Elschen Albert, Lydia Ziegler und Christa Steinbrecher. Fotos: Grede

Obergrenzebach. Das Backhaus in Obergrenzebach wird bald in neuem Glanz erstrahlen. Noch in diesem Sommer soll die umfangreiche Sanierung beginnen.

Zuvor aber sorgt das Obergrenzebacher Backhaus-Team in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Landlust“ deutschlandweit für Furore.

Immerhin fünf Seiten widmet die Zeitschrift, die alle zwei Monate den ländlichen Lebensstil zelebriert, den fünf Hobbybäckerinnen Julia Riehm, Elschen Albert, Lydia Ziegler, Christa Schmidt und Christa Steinbrecher und ihren Produkten: dem Schwälmer Platz und dem Sauerteigbrot.

In der Symbiose aus aufwändigen Fotografien mit detailgetreu beschriebenen Arbeitsschritten zeichnet der Artikel ein liebevolles Bild des Obergrenzebacher Landlebens. In dessen Zentrum steht demnach alle vier Wochen das emsige Treiben rund um das kleine Backhaus. Im kleinen Fachwerkhäuschen mit dem Sandsteinsockel trifft Tradition durchaus aufs Moderne: Das Gebäude im Ortskern teilen sich sich die Landfrauen mit dem Jugendclub.

Da ist zum Beispiel Christa Steinbrecher, die das Handwerk des Brotbackens schon von ihrer Mutter gelernt hat. Sie steht ihrer Nachbarin Julia Riehm mit Tipps und Tricks zur Seite. Den beiden und ihren Kolleginnen schaute das Landlust-Team über die Schulter. Autorin und Fotograf belegen im Einklang den aufwändigen Prozess vom Einheizen des Backofens am frühen Morgen bis hin zum letzten Arbeitsschritt: dem Backen des Schwälmer Platzes, der erst in den Ofen geschoben wird, wenn der sich auf 220 Grad abgekühlt hat und die Brote bereits herausgenommen wurden.

Das Backen im Backhaus bedeutet jede Menge Arbeit. „Wenn man die auf sich nimmt, muss es sich lohnen“, sagte dazu Julia Riehm. 40 Brote backen die fünf Frauen in der Regel für den eigenen Bedarf, aber auch für Dorffeste und Vereine.

Das Backhaus Obergrenzebach: Im Untergeschoss wird Brot gebacken, darüber treffen sich die Jugendlichen in ihrem Club.

Nicht nur dem Entstehen des Teigs müssen sich die Frauen widmen. Der zeitintensivste Schritt ist es, den Ofen auf die richtige Temperatur zu bringen. Fast meint man, mit im Backhaus zu stehen, wenn die Landlust beschreibt, mit welchen besonderen Techniken der Ofen schon am Vortag vorbereitet wird. Da ist zum Beispiel die Bodenfläche des Ofens, die mit Holzscheiten ausgekleidet wird, und das Bündel Reisig an der Ofenklappe, das zum Anzünden dient. Der Ofen ist inzwischen in die Jahre gekommen. Das Backhaus Obergrenzebach wurde 1920 gebaut. Seitdem gehen dort ununterbrochen die Backfrauen ein und aus. Zwar gab es zwischenzeitliche Tiefs, aber das Interesse am Brotbacken steige wieder, erklärt Julia Riehm. Bevor allerdings der Duft des frisch gebackenen Brotes wieder häufiger durch das Dörfchen zwischen Schwalm und Knüll zieht, muss erst das Backhaus renoviert werden.

Hintergrund: Investition in Tradition

Im Zuge der Dorferneuerung soll das Backhaus Obergrenzebach noch in diesem Jahr saniert werden. Installiert wird laut Bürgermeister Birger Fey unter anderem ein neuer Ofen. Insgesamt werden 64.000 Euro investiert. Die Förderung: 40.500 Euro.

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