Unternehmen stellt Lösungsansätze vor

Großropperhausen: Lastwagen werden weiter durchs Dorf rollen

Stormarnwerk Großropperhausen: Ganz hinten im Bild ist der als Franzosenbruch bezeichnete Abraum zu sehen.
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Stormarnwerk Großropperhausen: Ganz hinten im Bild ist der als Franzosenbruch bezeichnete Abraum zu sehen. Der soll in die Tiefe erweitert werden, vorne die Betriebsgebäude wie Brecher und Asphaltmischanlage.

Immer noch ist das Genehmigungsverfahren um die Erweiterung des Steinbruchs in Großropperhausen nicht abgeschlossen. Weiterhin wird aus Großropperhausen Kritik laut. Aber: Betreiber und Kritiker sind im Gespräch.

Frielendorf – „Wir sind bereit, über alles zu reden“, erklärt Thorsten Tonndorf, Geschäftsführer Mitteldeutsche Hartstein- Kies und Mischwerke (MKW), die in Großropperhausen den Stormarn-Steinbruch betreiben. Im Zusammenhang dem laufenden Genehmigungsverfahren um die Erweiterung des Steinbruchs war in Großropperhausen Kritik am Verkehrsaufkommen und am Lärm – durch den Steinbruch verursacht – laut geworden (HNA berichtete). In einem Pressegespräch erläuterten Tonndorf und sein Kollege Pierre Schmieder Möglichkeiten ihres Unternehmens, die Situation zu entschärfen.

Nicht realisierbar

Aus Sicht des Unternehmens ist es nicht zu verwirklichen, den Lkw-Verkehr, der durch das Dorf rollt zu minimieren. Der erste Ansatz, die Ausfahrt aus dem Steinbruch über einen Weg durch den Wald auf die Straße nach Lenderscheid zu führen, würde die MKW 140 000 Euro kosten. „Aufwand und Nutzen stehen im Unverhältnis, Änderung bei bestimmter Auftragslage möglich“, heißt es in der Bewertung der Stormarnwerke. Der zweite Ansatz wäre, die Straße von Obergrenzebach mit der Straße nach Frielendorf zu verbinden und somit eine Lastereinfahrt ins Dorf weniger zu haben. Die Kosten hierfür berechnet das Unternehmen mit 80 000 Euro. Da sehen die Steinbruchbetreiber die Gemeinde mit in der Pflicht, Fördermöglichkeiten müssten geprüft werden.

Eventuell möglich

Immer wieder gibt es Beschwerden darüber, dass in einer Haltebucht an der Zufahrt zum Steinbruch, der Stormarnstraße, Lasterfahrer wild Müll ablagern und dort ihre Notdurft verrichten. Teilweise sollen sie ganze Nächte dort verbringen, um morgens die ersten beim Beladen zu sein. Diese Haltebucht könnte aus Sicht des Werkes von der Gemeinde gesperrt werden. Sanitäre Anlagen gebe es im Steinbruch.

Auch über die Belästigung von Anwohnern durch Staub hat sich das Unternehmen Gedanken gemacht. Eigentlich werde die Straße bewässert, um den Staub zu minimieren. Aber bei Personalmangel geschehe das nur eingeschränkt. Die Ampel auf Grün steht für die Möglichkeit, die Wege im Steinbruch über Leitungswege zu bedüsen (15 000 Euro). Mit der Umsetzung dieser Maßnahme wurde bereits begonnen. Alternativ könnte die Ringstraße im Steinbruch asphaltiert werden.

Dem würde das Unternehmen aber nur zustimmen, wenn es ein Entgegenkommen bezüglich des geplanten Lagerplatzes gebe. Bisher lehnt die Gemeinde das ab. Dieses Areal würde das Betriebsgelände in Richtung Dorf erweitern. Das Unternehmen würde allerdings davon profitieren: Die Wege innerhalb des Werkes würden deutlich verkürzt.

Das soll passieren

Samstags sei laut Betreiber in der Regel nur der Vorbrecher in Betrieb, sollte der Nachbrecher benötigt werden, könnte das mit Nachbarn, die sich vom Lärm belästigt fühlen abgestimmt werden. Offenbar werden – je nach Windrichtung – insbesondere Geräusche, die der Nachbrecher verursacht, in Richtung Gutshof gelenkt. Gäste der Gutshofakademie fühlen sich dadurch gestört.

Eine Teileinhausung des Nachbrecher würde 70 000 Euro kosten. Das Unternehmen signalisiert dazu Bereitschaft. Basis dafür müssten allerdings Schallgutachten bilden. Sie sollen die Wirkung einer Einhausung beleuchten. Grünes Licht gibt es für Bepflanzungen im Außenbereich des Werkes (10 000 Euro).

Die sind zum Teil bereits in den Planungsunterlagen enthalten. Sollte die Gemeinde dem Lagerplatz zustimmen, würde es auch an diesem Erweiterungsbereich ebenfalls Bepflanzungen geben. (Sylke Grede)

Großropperhäuser sorgen sich ums Grundwasser

Das Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Steinbruchs könnte bald abgeschlossen sein. Nachdem die Stellungnahmen von Behörden, Gemeinden und Trägern öffentlicher Belange dem Regierungspräsidium vorliegen, hatten auch Privatpersonen die Möglichkeit, ihre Einwendungen vorzubringen. Davon soll es circa 1000 gegeben haben. Einige der geäußerten Kritikpunkte liegen der HNA vor.

Lage des Werks

Das Betriebsgelände des Steinbruches weist mit der Erweiterungsfläche nach Süden ein starkes Gefälle in Richtung Ortschaft auf. Die Entwässerung der Erweiterungsfläche und die Einleitung in die öffentliche Kanalisation ist aus Sicht von Kritikern ungeklärt und problematisch. Das treffe insbesondere bei Starkregen zu. Es gebe keine Erkenntnisse oder Berechnungen darüber, wie sich die Entwässerungssituation darstellt.

Lagerplatz

Es sei völlig unklar, welche Gefahren von den nicht näher beschriebenen Materialien ausgehen, die auf der Erweiterungsfläche gelagert werden sollen, äußern Erweiterungsgegner.

Handele es sich um Materialien mit auslaugenden Bestandteilen, die zu versickern drohen?, fragen Kritiker. Als bedenklich wird empfunden, dass die Lagerfläche im Wasserschutzgebiet angelegt werden solle.

Wasser

Großropperhäuser sehen nun die potenzielle Gefahr, dass die Pläne des Stormarnwerks mittelfristig die Wasserreserven der beiden Großropperhäuser Tiefbrunnen in ihrer Menge gefährden könnten. Beide Brunnen in Großropperhausen werden genossenschaftlich betrieben.

Die Grundwasserspiegel seien in den vergangenen beiden Jahren wegen der anhaltenden Trockenheit abgesunken. Tiefere Abstufungen oder Sanierungen, auch als mögliche Folge der Erweiterung des Basaltabbaus, lassen in Bezug auf ihr Wasser eine große finanzielle Belastung für die Großropperhäuser erwarten, die berücksichtigt werden sollte.

Lärmentwicklung

Kritiker gehen davon aus, dass die angekündigten „innerbetrieblichen Transportbewegungen“ zum und vom geplanten Lagerplatz zu einer erhöhten Lärmbelastung führen könnte.

Gerade für die Bewohner des in der Nähe des Steinbruchs gelegenen Kirchbergs, im Nordosten des Ortes, sei eine weitere Lärmbelästigung nicht hinnehmbar.

Tourismus

Auch dass sich eine Steinbrucherweiterung negativ auf das Dorf als Tourismusstandort auswirken könnte, wird gegenüber dem Regierungspräsidium geäußert. „Die Lärmemission, die durch den gestiegenen Lkw-Verkehr und den Abbau besonders durch den Brecher und teilweise Arbeitszeiten sehr früh morgens und spät abends entsteht, ist je nach Wetter und Wind erheblich. Diese schränkt die Attraktivität für einen hochwertigen Tourismus erheblich ein“, heißt es in einem der Schreiben.

Einem weiteren Betrieb des Steinbruches sei nur unter konkreten Auflagen zur Lärmeindämmung, Staubeindämmung und Sichtschutz zuzustimmen. (Sylke Grede)

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