Ein Leben für die Katzen

Leuderöderin erhält hessischen Tierschutzpreis für Lebenswerk

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Sie setzt sich ihr Leben lang für Katzen ein: Agnes Denner betreibt die Tiernothilfe Frielendorf in Leuderode. Jetzt wurde sie für Ihr Lebenswerk im Tierschutz ausgezeichnet. 

Leuderode. Sie hat sich ihr Leben lang um kranke und ausgesetzte Tiere gekümmert, besonders um Katzen. Zurzeit beherbergt sie 40 Katzen und Hunde auf ihrem Hof in Leuderode. Für ihr Lebenswerk im Tierschutz wurde Agnes Denner nun vom Land Hessen ausgezeichnet.

Noch heute, mit 79 Jahren, ist sie auf ihrem Hof für den Tierschutz aktiv. Sie füttert die Katzen in den frühen Morgenstunden, hält die Räume sauber und ist immer für jedes Tier in Not da. Unterstützt wird sie von zwei Frauen. So- lange es geht, will sie die Tiernothilfe Frielendorf in Leuderode, die sie 2003 gegründet hat, auch weiter organisieren.

Gerade haben zwei Geißböcke Zuflucht gefunden. Sie sind herrenlos und werden nun von Agnes Denner gefüttert. Das Hauptaugenmerk legt die Rentnerin, die einst als Anästhesistin gearbeitet hat, allerdings auf Katzen. Alle haben Namen und die verwechselt die rüstige alte Dame nie. Sie streichelt Wendy und lobt Wilhelmine beim Gang über den Kletterbaum. Die beiden Katzen teilen sich ein Zimmer.

Katzen unterzubringen, sei eine Wissenschaft für sich, sagt Denner. Manche vertragen sich gar nicht und dann gebe es Streit. „Und wenn Katzen Stress haben, werden sie krank“, erklärt sie.

Denner hatte sich schon immer um streunende Katzen gekümmert, auch in Seligenstadt, wo sie lange Zeit lebte und als Ärztin tätig war. Bereits damals habe sie schon eine Wohnung voller Katzen gehabt. Dort war sie im Tierschutzverein tätig und setzte sich für die Kastration von Katzen ein.

Erst 1999 kam sie nach ihrer Pensionierung nach Leuderode auf den Hof, den ihr Mann Horst Denner, der Förster war, bereits in den 1980er-Jahren kaufte. 2003 gründete sie dort mit einigen Mitgliedern den Verein Tiernothilfe. Noch heute nimmt sie Katzen auf, eines ihrer Hauptziele ist die Kastration von streunenden Katzen, die sie in Absprache mit dem Veterinäramt operieren lässt. „Weil Katzen sich so stark vermehren, sind sie für viele wertlos.“ Dennoch sei jedes einzelne Tier ein Geschöpf. Sie sei wegen ihrer Liebe zu Katzen oft belächelt worden, sagt die 79-Jährige. Doch ihr ist die Aufgabe viel wert. „Man geht im Leben nicht unbeteiligt vorbei, ohne etwas zu tun“, sagt sie.

Daher setzt sie nicht nur ihre Arbeitskraft unermüdlich ein, auch finanziell ist dies für sie ein Kraftakt. Der 14 Mitglieder zählende Verein ist auf Spenden angewiesen, mache aber jedes Jahr ein großes Defizit, sagt sie. Vieles bleibe an ihr hängen. Da kommen die 500 Euro Preisgeld für den Tierschutzpreis gerade recht. Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser übergab jetzt die Auszeichnung. Sie hob hervor, dass sich Denner seit 40 Jahren dem Tierschutz verschrieben habe. Auch ihre Mitgliedschaft im Hessischen Tierschutzbeirat, wo sie sich mit Themen wie BSE, gefährlichen Hunde und Legehennen beschäftigte, wurde gewürdigt.

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