Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen in Frielendorf

„Mord ist und bleibt Mord“: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen in Frielendorf

+
Solidarisch: Von links: Gerlinde Eckhardt, Bärbel Spohr, Michaela Laudenbach, Elisabeth Plock, Agnes Fröhlich, Ingeburg Best, Bärbel Schulz, Uschi Bick, Thorsten Vaupel, Isabelle Vaupel, Martina Seidl, Rosemarie Schneider, Heike Corell, Dagmar Thiel, Gerlinde George und Marianne Trescher.

Gewalt gegen Frauen geht jeden von uns etwas an, so der Tenor einer Informationsveranstaltung anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am Montag.

Unter dem Motto „Jetzt rede ich“ veranstalteten Frauen des Landfrauen-Verein Frielendorf einen Aktionstag und versammelten sich mit Vertreterinnen des Frauenbüros Schwalm-Eder, des Frauennetzwerkes Melsungen sowie Bürgermeister Thorsten Vaupel vormittags am Rathaus in Frielendorf, um als Zeichen der Solidarität die blaue Fahne gegen Gewalt an Frauen mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen – frei leben ohne Gewalt“ zu hissen. Noch bis zum Ende der Woche werden solche Fahnen vor vielen Rathäusern im Kreis wehen.

Opfer häuslicher Gewalt

In ihrer Rede machte die Kreisfrauenbeauftragte Bärbel Spohr deutlich, dass laut Statistik deutschlandweit jede dritte Frau Opfer häuslicher Gewalt wird und alle drei Tage ein Mord an einer Frau passiert. Oft sind die Täter keine Fremden, sondern Ehepartner, Lebensgefährten oder Bekannte.  

Es sei wichtig, darauf hinzuweisen, meinte die Vertreterin des Frauenbüros: „Es geschieht ein Verbrechen, ob verbal oder körperlich – Alter, Herkunft, Bildungsgrad und viele weitere Faktoren der Täter und der Opfer tun dabei nichts zur Sache.“ 

Worte werden Taten

Es sei kaum zu glauben, dass sexuelle Belästigung mit körperlicher Berührung erst seit dem Jahr 2016 strafbar sei, sagte Bürgermeister Vaupel. Er machte deutlich, wie schnell Grenzen überschritten werden: „Aus Gedanken werden Worte und aus Worten werden Taten.“

Mit dem Antigewalttag solle klar darauf hingewiesen werden, dass man nicht wegsehen dürfe und sich etwas ändern müsse, sagte Bärbel Spohr: „Ein Mord ist und bleibt ein Mord und sollte nicht als Ehrenmord oder Beziehungstat bezeichnet werden.“ Jede vierte Frau in Hessen werde mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt, so Spohr weiter.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass vor diesem Hintergrund der Tag nach wie vor ganz entschieden seine Berechtigung habe.

Von Svenja Schulz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.