Mustangstute fühlt sich in Schönborn wohl: Initiative holte Pferd aus den USA

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Eine ganz besondere Pferdefreundschaft: Sie hat sich zwischen Mustang Cougar Bum und Pferdetrainer Jan Henn in Schönborn entwickelt. Cougar Bum ist Teil des Projekts "Mustang Make Over".

Schönborn. Neugieriges Schnuppern am Notizblock, Erhaschen einer kurzen Streicheleinheit – Cougar Bum (Puma Popo), das ist der Name eines neuen vierbeinigen Einwohners in Schönborn.

Und der präsentierte sich im ersten Interview seines jungen Pferdelebens von seiner besten Seite. Cougar Bum ist eine vierjährige Mustang-Stute und hat seit Ende April auf dem Hof von Veronika Bühn und Jan Henn zumindest vorübergehend ein neues Zuhause gefunden. Das Pferd mit der lustigen Puma-Kopf-Zeichnung auf dem Pferdepo ist eines von 57 000 Wildpferden einer Auffangstation in den USA. Dort gibt es eine Überpopulation der Tiere.

„Ich habe für das Problem auch keine Lösung, aber vielleicht trägt mein Engagement dazu bei, dass den Tieren neuer, artgerechter Lebensraum in ihrer Heimat geschenkt wird. In den USA macht es Eindruck, wenn sich die Reiternation Deutschland für die Mustang-Problematik interessiert“, sagt Jan Henn. „Vielleicht reicht mein Portemonnaie aber auch, um die süße Dame zu behalten“, schwärmt der Pferdeprofi. Mit viel Geduld hat er das Vertrauen der Mustangdame Stück für Stück gewinnen können. An eine Berührung wäre zu Beginn nicht zu denken gewesen und so wartete Henn geduldig, bis Cougar Bum von sich aus den Kontakt suchte.

Henn möchte aus der Mustang-Stute ein gutes Gebrauchspferd, aber keinesfalls eine Zirkusattraktion, machen. Cougar Bum zeichne sich durch einen ganz besonderen Charakter aus, sei sie durch ihr Leben in Freiheit doch längst nicht so ängstlich wie man es vielleicht erwartet hätte. Ganz gleich ob Traktoren oder Autos vorbeifahren, die Stute bleibe ruhig. In kleinsten Schritten gewöhnt Henn die Stute an Decke und Sattel.

Cougar Bum trage vermutlich Appaloosa-Blut in sich und sei somit schon so etwas wie ein Indianerpony. Die Familie nimmt den Neuzugang inzwischen zu Ausritten als Begleitpferd mit, führt das Pferd zu Spaziergängen aus. Grenzen des Zauns lerne sie behutsam kennen.

Cougar Bum hat ständig Artgenossen um sich, darf Stuten und Fohlen beobachten oder die Gesellschaft von manch Wallach genießen. Verschiedenste Bodenuntergründe hätten längst dafür gesorgt, dass sich ihre Hufe regeneriert hätten. „Mustangs sind außerordentlich gesund. Ich könnte mir vorstellen, dass sie ein gutes Pferd für Distanzritte wird. Es wäre traurig, wenn sie von einem Menschen ersteigert würde, der zwar das nötige Kleingeld in der Tasche hat, aber ihren besonders feinen Charakter nicht schätzt“, sagt Henn.

Bis zum Wettbewerbstag im August möchte der Pferdetrainer deshalb die Zeit mit Cougar Bum genießen und von und mit ihr lernen.

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