Nicht Strom für alle liefern

Frielendorf: Windkraft ja, aber Verhältnis muss stimmen

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Für das  Waldgebiet Waltersberg bei Linsingen sind zwei Windräder im Genehmigungsverfahren, acht weitere könnten folgen. 

Im Genehmigungsverfahren im Frielendorfer Ortsteil Linsingen sind zwei Windkraftanlagen, für acht weitere soll die Genehmigung noch beantragt werden.

Frielendorfs Gemeindevertreter zeigen Kante: Sie sprechen sich klar für die Energiewende aus, fordern aber, dass die die Anzahl der Windräder in ihrem Gemeindegebiet im Verhältnis zum Energieverbrauch der Einwohner steht. Anlass für das klare Bekenntnis des Gemeindeparlaments sind Planungen, am Waltersberg zwischen Linsingen und Michelsberg Windkraftanlagen zu errichten. Im Genehmigungsverfahren sind zwei Anlagen, für acht weitere soll die Genehmigung noch beantragt werden.

Bereits zwei Anlagen würden Strom für 6600 Haushalte liefern und damit für die Stromversorgung im Gemeindegebiet ausreichen. Es gibt allerdings bereits Planungen für insgesamt 16 Windräder (Linsingen und Verna). Damit könnte Strom für 52 000 Haushalte gewonnen werden. 

Die als Grundzentrum ausgewiesene Gemeinde würde hierdurch faktisch missbraucht, kritisiert Bürgermeister Thorsten Vaupel. Er geht davon aus, dass für die Stromversorgung des gesamten Schwalm-Eder-Kreises 24 Windkraftanlagen nötig wären. „Wir müssen unseren Beitrag zur Energiewende leisten, aber nicht überproportional“, erklärt Vaupel.

Einig sind sich die Gemeindevertreter mit den Initiativen gegen Windkraft: Windräder sollten nicht in gesunden Waldbeständen errichtet werden. Die Gemeinde Frielendorf verteilt sich auf einer Fläche von 86 Quadratkilometern, davon sind knapp ein Drittel bewaldet. 

Teils sind die Bestände durch Dürre und Borkenkäferbefall stark beschädigt. In ihrer Resolution regen die Gemeindevertreter an, für Windräder geschädigte Waldflächen oder Freiflächen zu nutzen, um dem Wald nicht weiter zu schaden.

Frielendorf fürchtet auch, dass sich das Landschaftsbild der Großgemeinde bei Bebauung aller drei Vorranggebiete (Waltersberg, Batzenberg und Kornberg) nachteilig verändere. Auch wenn der Kornberg mit der weithin sichtbaren, mittelalterlichen Grenzanlage, dem Spießturm, noch nicht mit Windkraft beplant ist, die Mandatsträger sind sich einig: „Eine so gravierende Zerstörung der hiesigen Kultur- und Naturlandschaft – und damit unseres Lebensraums – sollte nicht zugelassen werden.“ 

Von Sylke Grede

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