Überraschende Ernte 

Perfektes Erdbeerwetter in Schönborn: Im Mai gesetzte Pflanzen tragen schon

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Ernte im Juli: Heiko Schmidt (von links) und sein Sohn Simon haben damit nicht gerechnet. Die Kundschaft freut sich über die verlängerte Erdbeersaison in Schönborn.

Mitte Mai hat Familie Schmidt Erdbeerpflänzchen auf Feld gepflanzt. Tiefgefroren kamen sie aus Holland an. Bis zum nächsten Jahr sollten die Pflanzen Zeit haben, zu wachsen.

Doch schon Anfang Juli pflücken die Kunden eimerweise Erdbeeren vom Feld.

„Da stimmt was nicht, das ist alles weiß“, erinnert sich Heiko Schmidt an die Reaktionen der Nachbarn. Das Feld leuchtete schon wenige Wochen nach der Bepflanzung in weißer Blütenpracht. Das Wetter sei perfekt für die Erdbeeren gewesen, erklärt Schmidt. Ein ständiger Wechsel aus Sonne und Regen habe die jungen Pflanzen schneller heranwachsen lassen als geplant.

Normalerweise könne ein Erdbeerfeld drei Jahre lang genutzt werden, sagt Schmidt. In diesem Jahr bewirtschafte die Familie noch ihr erstes Feld. Das neue sollte erst im nächsten Jahr an der Reihe sein, wenn das alte anderweitig genutzt würde.

Der 51-Jährige führt den Familienbetrieb gemeinsam mit Sohn Simon. Auch die Großeltern helfen, wenn es viel zu tun gibt – wie jetzt beim Pflücken und Verkaufen. Seit etwa 1560 steht der Bauernhof der Familie in Schönborn, berichtet Heiko Schmidt stolz. 

Aus einem Schulprojekt wurde ein Erwerbszweig

Und der Familienbetrieb bleibt bestehen: Simon Schmidt will eines Tages den Hof übernehmen. Der 26-Jährige hat eine Ausbildung zum Betriebswirt mit Schwerpunkt Agrarwirtschaft absolviert. Während der Lehre sollte er ein Konzept für eine zusätzliche Einnahmequelle für den eigenen Hof erarbeiten, sagt er. Kuhaufzucht und Ackerbau betreibt der Vater bereits. Die Milchwirtschaft haben sie aufgrund der schlechten Preise aufgegeben. Erdbeerfelder gab es in der Umgebung nicht. So entstand die Idee für das Schulprojekt.

Doch bei dem zehnseitigen Bericht blieb es nicht. Im Herbst 2015 pflanzte die Familie die ersten Erdbeeren. 2016 startete der Verkauf. Nun probieren Vater und Sohn auf dem zweiten Feld verschiedene Erdbeersorten aus. 30 000 Pflanzen wachsen auf einem Hektar. Drei altbewährte Sorten, fünf neue. Schmidts wollen prüfen, welche Pflanzen, dem trockenen Sommer am besten widerstehen können.

Der Sommer ist es auch, der der unerwarteten Ernte schnell ein Ende setzen kann. Nur zwei Tage um die 30 Grad und die Erdbeeren würden verderben, sagt Heiko Schmidt. Wenn es aber kühl bleibt, könnten sich die Schwälmer noch für ein bis zwei Wochen an den Erdbeeren erfreuen.

Das Selbstpflückerfeld ist ab 7 Uhr geöffnet. Von 12.30 bis 14.30 Uhr ist Mittagspause. Ein Kilo Erdbeeren kostet 2,20 Euro.

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