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Imker aus Leimsfeld investiert 21 000 Euro in Technik

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Wachspresse: Imker Gerd Itzenhäuser hinter seiner neuen Maschine
Wachspresse: Imker Gerd Itzenhäuser hinter seiner neuen Maschine © Harald Becker

Gerd Itzenhäuser aus Leimsfeld hat sich im Keller eine kleine, aber effektive Produktionsstraße aufgebaut. Angelieferte Wachs wird in einem Wachsklärbehälter auf 80 Grad erhitzt. Im Ergebnis entsteht reinster Wachs, ohne Krankheitskeime und Schmutz.

Leimsfeld. Gerd Itzenhäuser, selbst Hobbyimker, hat sich eine eigene Wachsherstellung mit modernster Technik aufgebaut. Warum ist das so wichtig?

Dazu muss man wissen, wie Wachs entsteht. Die Honigbiene produziert den Wachs selber. Die Biene hat an ihrem Hinterleib acht Wachsdrüsen. Die dort produzierten Wachsblättchen bearbeitet die Biene weiter.

Durch Kneten mit den Mundwerkzeugen gelangt Speichel in das Rohwachs, wodurch er geschmeidig wird. Rohstoff für das Wachs ist der Blütennektar. Der von den Bienen gesammelte Nektar wird also nicht ausschließlich für die Honigproduktion verwendet, sondern ist auch enorm wichtig, für die Wachsherstellung.

Genau hier setzt Gerd Itzenhäuser an. Der Grundgedanke seiner Wachsherstellung ist, das sich jeder Imker seinen eigenen Wachskreislauf aufbaut. Denn im Wachs können sich auch Schmutz und schadhafte Sporen festsetzen. Ohne eine saubere Verarbeitung können sich leicht Krankheitserreger übertragen.

Wachspresse ist Herzstück der Anlage

Gerd Itzenhäuser hat sich dazu im Keller eine kleine, aber effektive Produktionsstraße aufgebaut. Der angelieferte Wachs wird zunächst in einem Wachsklärbehälter auf 80 Grad erhitzt. Reinigen und entseuchen nennt er diesen Vorgang. Im Ergebnis entsteht reinster Wachs, ohne Krankheitskeime und Schmutz.

Der gereinigte Wachs wird im nächsten Schritt in das Herzstück der Anlage, die Wachspresse umgefüllt.

Bienenwachs: Aus dem gereinigten und flüssigen Wachs werden Waben gepresst.
Bienenwachs: Aus dem gereinigten und flüssigen Wachs werden Waben gepresst. © Becker, Harald

Gefunden hat er die Maschine auf einer Imkermesse. Drei bis fünf Jahre Lieferzeit musste ich einkalkulieren und gut. 21 000 Euro habe er investiert, aber es hat sich gelohnt, sagt der Imker nicht ohne Stolz. In einem geschlossenen Kreislauf können verschiedene Rähmchengrößen, wie zum Beispiel „Zander“ oder „Deutsch Normal“ hergestellt werden. Zehn Kilogramm schafft die Maschine in einer Stunde. Umliegende Imker können gerne Kontakt aufnehmen und ihren Altwachs anliefern. Für die Umwandlung von Altwachs in neue, Mittelwände wird ein imkerüblicher, moderater Preis aufgerufen. Im Sinne von Natur, Umwelt und Bienenwohl war die Anschaffung der Wachspresse in jedem Fall jeden Euro wert. (Harald Becker)

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