Es geht wieder los

Regale werden wieder lichter: Hamsterkäufe beginnen beim Toilettenpapier

Florian Fenchel aus Frielendorf packt fürs Foto den Einkaufswagen mit Toilettenpapier voll: So etwas würde er in der Realität aus Rücksicht anderen gegenüber nicht tun.
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Florian Fenchel aus Frielendorf packt fürs Foto den Einkaufswagen mit Toilettenpapier voll: So etwas würde er in der Realität aus Rücksicht anderen gegenüber nicht tun.

Und wieder wird das Toilettenpapier knapp. „Das Hamstern beginnt wieder“, sagt der Marktleiter des Rewe in Frielendorf Martin Knapp und zeigt auf die lichten Regale.

Frielendorf/Neukirchen/ Schwarzenborn – Die Hamsterkäufe steigen mit den steigenden Coronafallzahlen im Land wieder an. Die Kunden kaufen wieder mehr Toilettenpapier, Hefe, Nudeln, Mehl und Zucker wie schon seit Beginn der Pandemie im Frühjahr. „Wenn das so weiter geht, müssen wir wieder einige Artikel rationieren“, sagt Knapp. Er denkt dabei daran, dass im Frühjahr nur zwei Päckchen Toilettenpapier pro Haushalt gekauft werden durften. Doch er hat noch Hoffnung. Falls die Maßnahmen zur Begrenzung der Pandemie jetzt greifen, gebe es auch weniger Hamsterkäufe. Es sei genug für alle da, wie auch schon im Frühjahr. Es sei denn, viele Menschen horten wieder. „Dann kommen wir auch mit den Bestellungen nicht nach.“ Knapp appelliert an den gesunden Menschenverstand dies möglichst zu unterlassen.

Der Frielendorfer Florian Fenchel packte allein fürs Foto mehrere Päckchen Toilettenpapier in den Einkaufswagen. Doch im echten Leben würde er nie mehr kaufen, als er benötige. Er findet dies unfair anderen gegenüber. Diese Meinung teilen mehrere Kunden im Gespräch. Burkhard Trümner aus Neukirchen hat auch noch keine Angst, vor komplett leeren Regalen zu stehen. Der Rentner habe zudem schon einen guten Vorrat in der Kühltruhe. Im Moment sieht er keinen Grund zu größeren Hamsterkäufen. Eine Kundin aus Schwarzenborn kaufte zwar gerade mehrere Päckchen Katzenfutter, aber das mache sie immer so. Sie sagt: „Es geht wieder los, erst einmal mit dem Toilettenpapier.“ Sie mache da aber nicht mit. Dorothea Kraus aus Schwarzenborn lacht darüber. Sie habe noch genug im Schrank. „Die Leute müssten doch alle noch vom Frühjahr eingedeckt sein“, sagt sie etwas ironisch.

Für die Marktleiterin des Nahkaufs in Schwarzenborn, Regina Ohl, ist der Blick in die schon wieder teils leeren Regale ein Graus: „Es ist im Frühjahr niemand verhungert deswegen und das wird jetzt auch nicht anders sein.“ Für sie ist dies alles rätselhaft. Sie will nicht schon wieder rationieren. Außerdem seien die Hamsterkäufe auch eine Belastung für das Personal. Probleme im Weihnachtsgeschäft sieht die stellvertretende Marktleiterin Heike Strähling im Rewe in Neukirchen. Viele gingen dann nicht essen, sondern kochten das Festessen zu Hause. Das werde dann einen noch größeren Betrieb in den Lebensmittelgeschäfte geben, befürchtet sie. Martin Knapp bleibt trotz allem auch weiterhin zuversichtlich. „Wir werden das schon schaffen.“

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