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Ehemaliger Marinesoldat baut Pferdetherapiebetrieb in Großropperhausen auf

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Von: Lea Beckmann

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Pferdetrainer Sascha Stöbel mit seinem Pferd Boss.
Pferdetrainer Sascha Stöbel trainiert sein Pferd Boss in Großropperhausen mit sanften und fairen Trainingsmethoden. © Lea Beckmann

Sascha Stöbel war jahrelang bei der Marine, mittlerweile trainiert er Pferde in Großropperhausen. Doch wie kam es dazu?

Großropperhausen – Vom Schiff in den Pferdesattel: Sascha Stöbel (37) aus Spangenberg hat mit Mitte 30 nochmal einen neuen Berufsweg eingeschlagen. 12 Jahre lang war er bei der Marine als Hauptbootsmann und Antriebsmeister tätig. Seit 2018 ist er nun Pferdetrainer in Großropperhausen.

„Bei der Marine war ich immer sehr viel unterwegs und irgendwann wollte ich auch mal sesshaft werden, deswegen habe ich mich für einen neuen Weg entschieden“, sagt Stöbel. Doch wie ist er auf diesen Beruf gekommen?

Dank Zufall: Ehemaliger Soldat aus Großropperhausen wird Pferdetrainer

Stöbel hat schon immer gerne mehrtägige Wanderungen gemacht. Bei einer Tour durch den Spessart mit einem Freund und seinen Hunden hat er Pferdetrainerin Petra Knogl kennengelernt. „Sie bot uns ihren Pferdehof als Übernachtungsmöglichkeit an“, erzählt er. Dort hat der 37-Jährige gesehen, wie Knogl ihre Pferde trainiert. „Ich war davon total begeistert.“ Also entschied sich Stöbel für den Beruf als Pferdetrainer. Er lernte Reiten und machte Trainerkurse. Zusätzlich absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Hufschmied.

Der Anfang in die Selbstständigkeit war für ihn eine riesen Herausforderung. „Der strukturierte Soldat musste sich in der Selbstständigkeit erstmal zurecht finden“, sagt Stöbel. Doch diesen Schritt bereut er bis heute nicht. „Die Zusammenarbeit mit Pferden ist für mich einfach faszinierend.“ Auf seiner Trainingsanlage in Großropperhausen hat der 37-Jährige vier Pferde stehen – Hotah, Boss, Samu und Coyo heißen sie.

„Horsemanship“: In Großropperhausen trainiert Stöbel seine Pferde sanft und Ohne Druck

„Ich trainiere meine Pferde nach dem Horsemanship“, sagt er. Das bedeutet ein fairer und sanfter Umgang mit dem Pferd. Es ist ein behutsames Training ohne Peitsche und Druck. „Ich will die Pferde schließlich zu nichts zwingen – sie sollen es durch, zum Beispiel ein Handzeichen von mir, selbst wissen, was sie machen sollen.“

Und nach diesem Prinzip trainiert Stöbel auch die Pferde seiner Kunden. Am häufigsten muss er das Verladen der Tiere trainieren: „Das ist die Königsdisziplin.“ Es geht um das Problem, dass das Pferd nicht in den Pferdeanhänger möchte. „Da müssen Besitzer und Pferd Vertrauen zueinander aufbauen“, erklärt der Pferdetrainer. In diesem Jahr möchte Sascha Stöbel endlich selbst Kurse im Bereich Horsemanship anbieten. „Eigentlich wollte ich das vergangenes Jahr schon machen, doch die Corona-Pandemie brachte meine Pläne ins Stocken“, sagt er. Dieses Jahr sollen die Kurse aber stattfinden.

Durch einen glücklichen Zufall ist Sascha Stöbel also Pferdetrainer geworden. „Hätte ich Petra Knogl damals nicht kennengelernt, wäre ich bestimmt nicht zu diesem Beruf gekommen“, sagt der 37-Jährige. (Lea Beckmann)

Im Kreis Kassel zähmt eine Trainerin aus Ahnatal amerikanische Wildpferde. Weitere Nachrichten aus dem Schwalm-Eder-Kreis erhalten Sie mit unserem HNA-Newsletter.

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