Probleme mit Lärm und Lkw

Stormarn-Steinbruch in Großropperhausen und Gemeinde gehen aufeinander zu

Die schmale Stormarnstraße führt zum Steinbruch am Ortsrand von Großropperhausen.
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Stormarnwerke Großropperhausen: Die schmale Stormarnstraße führt zum Steinbruch am Ortsrand von Großropperhausen. Lärm und großes Lkw-Aufkommen sorgen für Unmut.

In Großropperhausen ist es vermehrt zu Kritik am erhöhten Verkehrsaufkommen am Steinbruch gekommen. Die Gemeinde und der Betreiber der Stormarnwerke gaben nun bekannt, dass man sich bei dem Problem einen Schritt näher gekommen sei.

Großropperhausen – Einen Schritt näher gekommen sind sich die Betreiber der Stormarnwerke und die Gemeinde Frielendorf. Das geht aus einem Schreiben der Gemeinde und der dazugehörigen Stellungnahme der Mitteldeutsche Hartstein- Kies- und Mischwerke (MKW) hervor. Beides ist auf der Internetseite des Unternehmens einzusehen. Hintergrund: Aus Großropperhausen war Kritik am Verkehrsaufkommen und am Lärm – durch den Steinbruch verursacht – laut geworden.

Verkehrsbelastung

Bei einer inoffiziellen Zählung im Oktober zählte Kristina Fiand, Sprecherin der Großropperhäuser Kritiker, an einem Tag in der Zeit von 5.45 Uhr und 17 Uhr 366 Laster-Fahrten. Damit nähert sie sich den Zahlen an, die die MKW angeben: Um 400 000 Tonnen Stoffe – Steinbruchmaterial, Asphaltmischgut, Erde zum Auffüllen des Steinbruchs – zu transportieren fahren die Laster den Steinbruch an und wieder ab. Die durchschnittliche Anzahl der Lkw, nicht wie gezählt, der An- und Abfahrten, geben die Betreiber mit täglich 100 an. „Allerdings unterliegt das einer erheblichen Schwankungsbreite“, erklärt das Unternehmen. Insbesondere in den Herbstmonaten könnten bis zu 200 Lkw auftreten. Lieferscheine für den Tag, an dem Kristina Fiand gezählt hatte, belegen 183 Lkw. Die Großropperhäuserin hatte Hin- und Rückfahrten gezählt. „Das ist dann nah an unserem Wert“, räumt der Betreiber ein.

Alternative Routen

Aus dem Schreiben der Gemeinde geht hervor, dass sie bereits vor Jahren die Verkehrsführung über eine Art Einbahnstraße durch den Privatwald in Richtung der Straße nach Lenderscheid empfohlen habe. Diese Werksausfahrt sei bereits während des Ausbaus der Großropperhäuser Ortsdurchfahrt genutzt worden. „Mit der Grundstückseigentümerin sollte diesbezüglich an einer Lösung gearbeitet“ werden, fordert die Gemeinde. Zu diesem Thema signalisieren die MKW Gesprächsbereitschaft. „Wir haben bereits ein Gespräch mit den Eigentümern geführt und wollen Anfang des Jahres erneut darüber mit ihnen sprechen“, erklärt das Unternehmen. Parallel würden die Kosten für eine Asphaltierung ermittelt.

Müll und Notdurft

Der Gemeinde liegen Beschwerden vor, dass in einer Haltebucht an der Zufahrt zum Steinbruch, der Stormarnstraße, Lasterfahrer wild Müll ablagern und dort ihre Notdurft verrichten. Der Gemeindevorstand regt an, einen Halteplatz innerhalb des Betriebsgeländes mit entsprechenden sanitären Anlagen einzurichten. Diese Möglichkeit bestehe bereits, entgegnet dazu das Unternehmen. Seitens der Gemeinde besteht auch die Option, über das Ordnungsamt die Situation in der Gemeindestraße zu überwachen und unter Umständen auch die zeitliche Nutzung einzuschränken.

Lärm

Großropperhäuser weisen auf den Lärm hin, der durch den Betrieb der Brecher- und Asphaltmischanlage entsteht. Die Gemeinde geht davon aus, dass durch den Abriss von Gebäuden zum Beispiel der Kantine, und dem Entfernen von Gehölzen ein Lärmschutzwall verloren gegangen ist. Luftbilder belegen das. Die Emissionsbelastung im Ort sei innerhalb der vergangenen Jahre erheblich angestiegen. Abhilfe könnten aus Sicht der Gemeinde eine Einhausung der Brecheranlage und Lärmschutzwälle oder -wände schaffen. An der Wirkung dieser Vorschläge zweifelt der Steinbruchbetreiber. „Nach vorläufigen Auswertungen halten wir die gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte ein“, heißt es in der Stellungnahme. Insofern seien zusätzliche Schutzaufwendungen kaum zu begründen. Pflanzmaßnahmen stehen die MKW positiv gegenüber. (Sylke Grede)

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