Kati Fenchel ist für ihre Camper da

Urlaub vor der Haustür: Der Campingplatz in Frielendorf bietet Erholung im Grünen und leckeren Kuchen

Christiane und Karl-Heinz Becker sitzen vor ihrem Wohnwagen auf dem Campingplatz Frielendorf.
+
Christiane und Karl-Heinz Becker verbringen seit 25 Jahren ihre Sommer und möglichst viele Wochenenden auf dem Campingplatz Frielendorf.

Man muss nicht immer in die Ferne verreisen. Oft verstecken sich tolle Urlaubsorte direkt vor der Haustür. Einer davon ist der Campingplatz in Frielendorf.

Frielendorf – „Na, der Käsekuchen“, folgt die Antwort prompt auf die Frage, welcher der selbstgebackenen Kuchen auf dem Campingplatz in Frielendorf am beliebtesten ist. Karl-Heinz Becker und seine Frau Christiane sind sich da sofort einig.

Das Paar aus Marburg ist dort seit 25 Jahren Dauercamper. Sie kennen sich aus und haben mit Kati Fenchel, Betreiberin des Platzes, schon längst Freundschaft geschlossen. Fenchel ist als gelernte Konditorin auch die, die die leckeren Kuchen backt.

2013 kam sie „über einen dummen Zufall“ an den Platz, erzählt Fenchel. Sie machte 2012 die Badeaufsicht des Freibades direkt neben dem Platz und ihr Mann kam mit dem damaligen Platzwart ins Gespräch, ob sie den Platz nicht übernehmen wollten. Da sie sich zu der Zeit eh beruflich umorientieren wollte, sagte sie zu.

Kati Fenchel, Betreiberin des Campingplatzes in Frielendorf, ist fast immer am Imbiss zu finden. Dort gibt es neben dem berüchtigt leckeren Käsekuchen auch Kaffee, Getränke und herzhafte Speisen.

„Das war erstmal ein Schock. Ein neuer Pächter?“, erinnert sich Karl-Heinz Becker. Das ist jedoch schon lange Geschichte. Mit Auto und Motorrad reisen die Marburger jedes Jahr an – in den Sommerferien und an möglichst vielen Wochenenden. „Die Knüllgegend ist einfach schön“, sagt der 57-Jährige.

1995 sind sie durch Freunde zum ersten Mal hergekommen und haben sich bereits im damaligen Herbst einen freiwerdenden Wohnwagen gekauft. 2002 kauften sie sich einen neuen auf dem Platz. „Und seit Jahr und Tag steht der auf dem Platz und wird nicht bewegt“, berichtet Christiane Becker. Doch, unterbricht ihr Mann sie, einmal 2003 wurde er bewegt. Da wollten die Beckers nämlich zurück auf ihren vorherigen Stellplatz – „zurück zu ihrer Camping-Familie.“

Campingplatz Frielendorf: Viele Gäste kommen jedes Jahr wieder

Das Gemeinschaftsgefühl, das auf dem Platz, wo junge Familien und Ältere Urlaub machen, herrscht, wird Beobachtern binnen weniger Minuten deutlich. Bei Kaffee und Käsekuchen sitzen Camper, Badeaufsicht Björn Böhm und Kati Fenchel auf der Terrasse und plaudern. Seit drei Jahren bietet die Pächterin eigentlich auch Frühstück „an der Seaside“, neben dem Freibad, an, doch wegen Corona fällt das dieses Jahr aus.

Das Freibad gehört zwar der Gemeinde Frielendorf, aber um Einlass und gastronomische Versorgung kümmert sich Fenchel. Campingplatzbesucher bekommen vergünstigten Eintritt.

Zwei Drittel des Platzes sind für Dauercamper vorgesehen und der Rest für „Durchgangstouristen“, wie Fenchel sie nennt.

Einer davon ist Axel Molz aus dem Saarland, der durch die Beckers auf den Platz kam. Auch er lobt wie die Dauercamper nicht nur den Platz, sondern auch die Gastfreundschaft von Kati Fenchel. Wenn er einen Wohnwagen hätte, würde er das ganze Jahr hier bleiben, sagt er.

Dauercamper kommen jedoch aus ganz Deutschland: Köln, Wuppertal oder Xanten. Aber auch aus Marburg, Kassel und sogar aus Homberg, Ziegenhain, Niedergrenzebach und Frielendorf. Die Terrasse des Platzes ist laut Fenchel auch eine Begegnungsstätte von Campern und Dorfbewohnern.

Der 49-jährigen Pächterin ist es wichtig, dass auf dem Platz nur Schritttempo gefahren wird, da viele Kinder zwischen den Plätzen oder auf dem Weg zum Beachvolleyballfeld und zum Spiel- oder Bolzplatz auf der Straße laufen oder Fahrrad fahren. Als die Kinder der Beckers klein waren, ließen sie sie frei über den Platz laufen. Jetzt kommen ihre Kinder, mittlerweile um die 30 Jahre alt, in den Sommerferien gerne auf einen Besuch vorbei.

Die Beckers schätzen besonders, dass es so ruhig, sauber und gepflegt auf dem Platz ist. „Man spart, damit man Urlaub machen kann. Dann muss es auch schön sein“, erklärt Kati Fenchel ihre Arbeitsmoral.

Preise auf dem Campingplatz Frielendorf

Preise pro Nacht: 5 Euro pro Wohnwagen/Wohnmobil oder Zelt mit Auto, 3,50 Euro für Zelt mit Fahrrad, 5,50 Euro pro Erwachsener, Kinder 3 Euro

camping-frielendorf.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.