Fachkräfte in Zeiten von Corona 

Pflegedienste sind gefragt: Eine historische Belastungsprobe

Einsatzbereit auch während der Pandemie: Gerade die Kranken- und Altenpflegeteams erleben die Krise als historische Belastungsprobe. Unser Archivbild entstand in einem Heim in Frankfurt am Main.
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Einsatzbereit auch während der Pandemie: Gerade die Kranken- und Altenpflegeteams erleben die Krise als historische Belastungsprobe. Unser Archivbild entstand in einem Heim in Frankfurt am Main.

„Wir werden immer gebraucht“, sagt Ralf Geisel vom Mobilen Kranken- und Altenpflegeteam Geisel aus Großropperhausen. Und wie sieht es in Zeiten von Corona aus? „Da werden alle Pflegedienste erst recht gebraucht. Vor allem im persönlichen Gespräch während und nach den Behandlungen“, berichtet Geisel über seine Eindrücke der vergangenen Wochen.

Geisel ist neben seiner Tätigkeit im eigenen Pflegeunternehmen Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (Bpa) in Hessen.

Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste

Der Bpa bildet mit insgesamt 11 000 Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Davon sind laut Angabe Geisels etwa 1200 in Hessen. Private Einrichtungen der ambulanten sowie stationären Pflege sind im Bpa organisiert, wie auf der Webseite des Bpa zu erfahren ist.

Tägliche Arbeit muss weitergehen - In noch höherer Qualität 

Eins steht für den Landesvorsitzenden des Verbandes privater Anbieter sozialer Dienste in Hessen fest: Die tägliche Arbeit muss trotz der Coronapandemie weitergehen, und das sogar in noch höherer Qualität. „Das ist für uns alle eine historische Belastungsprobe“, sagt Geisel. Dennoch sei es die Aufgabe der Fachkräfte, die ambulante sowie stationäre Pflege weiterhin zu gewährleisten.

Dafür haben laut Geisel Land und Kommunen nach der Ausbreitung des Virus alles dafür getan, um den Pflegediensten die nötige Schutzkleidung zur Verfügung zu stellen.

„Obwohl es zunächst auch beim Landkreis Beschaffungsnöte gab, wurden die Pflegedienste nach und nach ausgestattet“, so der Bpa-Landesvorsitzende. Geisel erklärt, dass es über die Internetseite des Bpa möglich sei, Schutzkleidung zu bestellen. Außerdem habe er das Gefühl, dass durch die Krise ein größeres Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Pflegedienste entstanden ist. Und wie ist die Stimmung bei den Patienten? Ältere Menschen seien vor allem am Anfang der Krise sehr verängstigt gewesen, aber mittlerweile kämen sie mit dieser außergewöhnlichen Situation zurecht, berichtet Geisel.

Alle Hygienemaßnahmen müssen eingehalten und umgesetzt werden 

Für die weitergehende Versorgung der Patienten mussten laut Geisel einige Vorkehrungen getroffen werden: Autos der Mitarbeiter werden nicht mehr getauscht und zudem gebe es einen separaten Raum in der Firma. Dort können die Mitarbeiterinnen nach jedem Termin die erforderlichen Hygienemaßnahmen vollziehen.

Außerdem wurden für die Fachkräfte Schutzkittel von der Firma Horn und Bauer aus Treysa angefertigt. „Bereits vor Ostern bekamen wir 20 000 Kittel zugesandt“, fügt Geisel hinzu.

Viele Patienten haben Angst 

Patientenbesuche finden ausschließlich mit Schutzkleidung und Maske statt. Zum Beispiel berichten die Pflegekräfte des Teams Geisel darüber, dass sie häufig als erstes bei ihrem Besuch gefragt werden, ob sie denn gesund seien. Das, so unterstreicht eine der Angestellten, die namentlich nicht genannt werden möchte, sei nur zu verständlich: „Viele Pflegebedürftige haben einfach Angst.“

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