Gotteshaus als lebendiges Gebäude

Vor 50 Jahren wurde das neue Kirchenschiff in Leimsfeld eingeweiht

Blick auf die Kirche in Leimsfeld, wie sie seit der Renovierung 2015 aussieht.
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Blick auf die Kirche in Leimsfeld, wie sie seit der Renovierung 2015 aussieht.

Am Pfingstmontag vor 50 Jahren wurde die Leimsfelder Kirche eingeweiht – genauer das Kirchenschiff, das 1970 und 1971 neu gebaut wurde. So wurde aus neuem Kirchenschiff und bestehender Kirche von 1786 eine Einheit aus Tradition und Moderne.

Leimsfeld – Die Schwälmer Allgemeine titelte am 2. Juni 1971: „Stätte des Friedens eingeweiht.“ Im Text heißt es: „Wichtigstes Ereignis im Kirchenkreis Ziegenhain war zu Pfingsten die Einweihung der neuen evangelischen Kirche in Leimsfeld.“

Die Gesamtkosten beliefen sich seinerzeit auf 256 000 DM, wovon 40 000 DM als Spenden der Gemeindeglieder eingingen, also rund 80 Mark pro Gemeindeglied.

Besonderheiten sind die Bestuhlung und das Wandkreuz von Otto Wulk. Hier und an einer Stelle des Eingangs ist der Psalmvers „Gott der HERR ist Sonne und Schild“ (Ps 84,12) zu erkennen. An den Griffen der Kirchentür sind die zwölf Tore aus Offenbarung 21 zu erkennen. Die Breite des Altarraums wird genutzt für zwei Ambos – zur Unterscheidung der Lesungen: alttestamentliche und Brieftexte von der Südseite und Evangelientexte, also Worte Jesu, von der Nordseite. Innen anschließend steht im Südosten die Kanzel, die aus der Vorgängerkirche erhalten blieb, und im Nordosten der Taufstein, beschreibt Pfarrer Hans-Gerrit Auel.

Foto vom Tag der Einweihung vor 50 Jahren: Das Ehepaar Reis stellte es zur Verfügung, Personen können nicht mehr benannt werden.

Neben der Kanzel steht innen der Weltkerzenständer, an dem Gottesdienstteilnehmer für andere oder sich selbst Kerzen entzünden können, neben dem Taufstein steht innen die Osterkerze. In der Mitte steht der Holzaltar, hinter dem das Wandkreuz deutlich zu sehen ist. 1978 wurde eine neue Orgel eingeweiht, die Orgelbaumeister Bruno Döring gebaut hat. 1994 kam eine dritte Glocke in den Glockenturm, die von der Firma Rincker gegossen wurde. Seit 2002 ist die Leimsfelder Kirche eine verlässlich und durchgängig offene Kirche. Hier werde dem Rechnung getragen, dass seit etwa zwanzig Jahren das Pilgern wiederentdeckt wurde. Da Leimsfeld am Jakobsweg liegt und auch viele, die den Elisabethpfad gehen, einen Abstecher nach Leimsfeld machen, werde die Kirche gern von Pilgern aufgesucht.

2011 musste die Kirche grundlegend renoviert werden: die Faserzementplatten wurden auf dem Kirchendach durch Schindeln ersetzt, die Heizung wurde erneuert und das Pressholz zwischen den Antikglasfenstern wurde durch Lärchenholz ersetzt. Durch einen Förderkreis (Sprecher Hans-Heinrich Reis und Günther Wald) wurden erneut fast 20 000 Euro an Spenden eingebracht.

Nach der Renovierung musste der Kirchgarten ein neues Gesicht bekommen. Hier sei Reinhold Altmann, Beate Völker und Christa Wiegand sehr zu danken. Auch viele andere engagierten laut einer Presssemitteilung, so konnten zuletzt eine neue Glockenanlage und zuvor ein neuer Altarteppich angeschafft werden. Demnächst wird die gesamte Kirchenbeleuchtung auf LED umgestellt werden.

Im Laufe der Jahrzehnte hat die Leimsfelder Kirche besondere Gottesdienste hervorgebracht, so den Motorradgottesdienste im April und im Oktober, aber auchverschiedene Andachtsformen, und auch die Leimsfelder Bibeltage sind zu nennen. (Anne Quehl)

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