Wärmebild zeigt das Leck

Tag des Handwerks: Firma Locatec aus Frielendorf nutzt 14 Messverfahren

Messtechniker Benjamin Hellwig zeigt einen Teil der Ausrüstung
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Um Lecks in Rohrleitungen zu finden, können die Techniker des Frielendorfer Unternehmens Locatec auch Kameras nutzen. Messtechniker Benjamin Hellwig zeigt einen Teil der Ausrüstung.

Mit moderner Technik lassen sich auch hinter Fliesen und Wänden kleinste Löcher finden. Das in Frielendorf ansässige Unternehmen Locatec hat sich genau darauf spezialisiert.

Frielendorf - Egal wo, Wasserschäden können teuer werden. Wichtig ist es, die Schadensstelle im Haus oder unter der Straße möglichst schnell zu finden. Wer schon einmal mit einem solchen Problem konfrontiert war, wird sich mit Grausen an den sprichwörtlichen Aufriss erinnern. Auf der Suche nach dem Leck müssen oft der gesamte Fußboden oder Wände aufgebrochen werden – das verursacht nicht nur Staub und Dreck, sondern auch hohe Kosten.

Es geht auch anders: Mit moderner Technik lassen sich auch hinter Fliesen und Wänden kleinste Löcher finden. Das in Frielendorf ansässige Unternehmen Locatec hat sich genau darauf spezialisiert.

Nichts zu sehen: Mit bloßem Auge kann man keinen Schaden erkennen.

Man habe eine 98- bis 99-prozentige Trefferwahrscheinlichkeit, sagt Firmeninhaber Markus Schmerer: „Wir suchen punktgenau und zerstörungsfrei.“

Schmerer hat den Betrieb im September 2014 mit zwei Mitarbeitern von seinem ehemaligen Chef übernommen und gleichzeitig den Firmensitz von Felsberg nach Frielendorf verlegt. Mittlerweile habe er zehn Angestellte, so der Sachverständige für Leckortung und Wasserschäden und zertifizierte Thermograf: „Wenn Not am Mann ist, dann unterstützen mich auch mein Vater und meine Ehefrau.“ Man sei bei der Locatec-Gruppe Franchisepartner des Jahres geworden, sagt Mitarbeiter Benjamin Hellwig stolz.

Wärmebild: Mittels Thermografie kann die Leckage zerstörungsfrei und punktgenau eingegrenzt werden.

Das Kerngeschäft des Frielendorfer Unternehmens ist die Suche von Lecks oder Rohrbrüchen in wasserführenden Leitungen. Dazu können Markus Schmerer und sein Team auf vierzehn verschiedene Messverfahren zurückgreifen. Mit Mikrofonen sei es beispielsweise möglich, im Boden Wasserrohrbrüche zu finden, sagt Schmerer: „Ein Leck erzeugt immer so eine Art Grummeln.“

Kleine Ursache: Nachdem die Schadensstelle gefunden wurde, wird sie freigelegt und es erfolgt eine Notreparatur.

Die Akustiksuche kommt auch bei kommunalen Wasserleitungen zur Anwendung. Löcher lassen sich mit speziellen Farbstoffen oder Prüfgas feststellen. Dazu leiten die Techniker das Gas oder den Farbstoff in die Leitung. Dort, wo das Prüfgas beziehungsweise die Farbe austritt, ist das Loch.

Größere Rohre können mit Endoskopkameras von innen kontrolliert werden. Wärmebildkameras gehören ebenfalls zur Ausstattung der Locatec-Techniker und helfen Schadensstellen zu finden. Die Technik sei im Prinzip mit den Kameras vergleichbar, die auch bei den Feuerwehren genutzt werde, erklärt Markus Schmerer.

Um in Elektro-Schaltschränken Fehler zu finden, nutzen die Locatec-Techniker ebenfalls Thermografie. Anhand des Wärmebilds könne der Techniker sehen, ob ein Bauteil defekt ist, so Schmerer: „Dadurch werden Betriebsausfälle oder, schlimmer, Brände verhindert.“

Locatec-Firmeninhaber Markus Schmerer

Zu den Kunden zählen auch große Pharmaunternehmen in Mittelhessen. Das Gebiet der Frielendorfer Spezialisten umfasst Nord- und Mittelhessen, das Osnabrücker Land und Ostwestfalen-Lippe. Um den Anfragen gerecht werden zu können, sucht der Betrieb einen weiteren Mitarbeiter, entweder einen Anlagenmechaniker oder eine Elektrofachkraft. Leckagesuche sei noch kein Ausbildungsberuf, bedauert Markus Schmerer: „Für uns wäre das natürlich einfacher.“

Homepage: locatec-kassel.de (Matthias Haass)

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