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Waldinteressenten planen einen Waldfriedhof in Frielendorf

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Von: Sylke Grede

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Frank Wiegand, Tino Herwig und Karl-Wilhelm Feger stehen nebeneinander auf einem mit Laub bedeckten Waldweg.
Die Waldinteressenten Verna haben die Planungen für einen Waldfriedhof in Welcherod angestoßen, hier von links Frank Wiegand, Tino Herwig und Karl-Wilhelm Feger. © Sylke Grede

Mit interessanten Plänen warten die Waldinteressenten Verna auf: Sie wollen in einem Waldstück bei Welcherod einen Waldfriedhof entstehen lassen.

Welcherod/Verna – Das Areal liegt am auslaufenden Sendberg in Richtung Dillich, unmittelbar neben dem Welcheröder Friedhof.

Der Sachstand

Aktuell durchlaufen die Planungen die politischen Gremien. Der Ortsbeirat Welcherod und der Frielendorfer Gemeindevorstand stünden dem Vorhaben positiv gegenüber, erklärt der Vorsitzende der Waldinteressenten Verna, Frank Wiegand. Die Gemeindevertretung soll in ihrer kommenden Sitzung informiert werden.

Nach einer Bürgerbefragung könnte das Genehmigungsverfahren angestoßen werden, erklärt Wiegand. Es gebe kein entsprechendes Angebot für Frielendorfer, meint Waldinteressent Karl-Wilhelm Feger. Die nächsten Möglichkeiten seien die Bestattungswälder im Borkener Stadtteil Trockenerfurth und in Ludwigsau-Ersrode (Hersfeld-Rotenburg).

Der Wald

Das Waldstück liegt losgelöst von den anderen Waldbeständen der Waldinteressenten in Insellage bei Welcherod. Das gesamte Areal hat eine Gesamtfläche von 12,9 Hektar und ist in zwei Abteilungen unterteilt.

Die dem Friedhof näherliegende Fläche soll umgewidmet werden. Sie ist knapp fünf Hektar groß und weist einen Mischbestand auf. Der Wald besteht aus Rotbuche, Eiche, Hainbuche und Lärche. Bäume und Boden sind von Efeuranken umwunden und durchzogen, sodass sich aus Sicht der Waldinteressenten „die entsprechende Ästhetik einer letzten Ruhestätte sehr gut widerspiegeln würde“.

Die Bäume seien gesund und profitieren von der Feuchtigkeit des Sendberg-Hochmoores, sagt Wiegand. Auch von großen Windbruchschäden ist nicht die Rede.

Das Foto zeigt Welcherod, das Waldgebiet und Dillich aus der Luft.
In diesem Waldstück soll, zunächst im vorderen Teil, nach Vorstellungen der Waldinteressenten Verna ein Bestattungswald entstehen, im Vordergrund Welcherod, im Hintergrund Dillich. © Jörg Döringer, Sylke Grede

Die Bäume wurden vor circa 70 Jahren gepflanzt, sodass sie noch mindestens so lange stehen würden, wie die Ruhezeit auf einem Friedhof dauert, erklärt Wiegand. Die für eine Erdbestattung im Sarg liegt zwischen 20 und 30 Jahren, die Ruhezeit für ein Urnengrab bei etwa zehn bis 20 Jahren.

Das Gelände ist bereits durch einen Mittelweg geteilt, durch Seitenwege sollen hintere Bäume erreichbar sein. Bänke und eine Andachtsstätte sollen den Wald zu einen Ort der Trauer, Ruhe und Besinnung werden lassen.

Infrastruktur

Der mögliche Bestattungswald grenzt unmittelbar an den kommunalen Welcheröder Friedhof.

„Es könnte eine integrierte Nutzung mit dem bestehenden Friedhof erfolgen“, meinen die Waldinteressenten. Parkplätze stehen zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter könnte die Friedhofshalle genutzt werden, auch die Friedhofsglocke könnte bei der Waldbestattung läuten. Zudem sei die Lage wegen der Nähe zur Bushaltestelle günstig.

„Insgesamt soll der Bestattungswald auf eine starke Kooperation zwischen den Waldinteressenten Verna und der Gemeinde ausgerichtet werden“, argumentieren die Waldbesitzer weiter – was auch schon ganz natürlich gegeben ist: die Kommune wäre Miteigentümerin des Waldfriedhofs. Frielendorf besitze zwei von 60 Anteilen der Waldinteressenten Verna.

Sitzung der Gemeindevertretung Frielendorf, Montag, 21. November, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Welcherod

Termin

Die Sitzung der Gemeindevertretung Frielendorf findet am Montag, 21. November, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Welcherod statt.

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