Gilserberger Firma Abicon

Windkraft im Wald bei Linsingen: Strom für 6600 Haushalte

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Windräder im Wald: Wie hier in Hassenhausen (Marburg-Biedenkopf) sollen am Waltersberg zwischen Linsingen und Michelsberg zwei Windräder entstehen. Sie sollen 241 Meter hoch sein – zum Vergleich: Eine Buche wird bis zu 40 Meter hoch.

Der Widerstand gegen zwei zwischen Linsingen und Michelsberg geplante Windräder wächst. Den Windpark entwickelt die Gilserberger Firma Abicon. Wir fragten nach Details zu diesem Projekt.

Können Windräder überall entstehen?

Fällt ein Vorranggebiet in ein Waldgebiet, ist dies eine forstwirtschaftliche Nutzfläche, erklärt Jürgen Sapara, Projektleiter bei Abicon. Denn der Bau von Windenergieanlagen sei in Schutzgebieten mit sehr hoher ökologischer Wertigkeit für Mensch und Tier oder in Wäldern mit besonders wertvollen Laub- und Mischwäldern ausgeschlossen. Am Standort Waltersberg handele es sich um eine forstwirtschaftliche Nutzfläche und nicht um eben diesen wertvollen Wald. 

Wieviel Wald muss gerodet werden?

Für die zwei Windräder am Waltersberg inklusive Zuwegung müssen ca. 2,2 Hektar Fläche gerodet werden. Davon sind 1,2 Hektar dauerhaft gerodet, so der Projektentwickler. Der Rest werde nur temporär gerodet und könne anschließend wieder zuwachsen. Der genaue Umfang der Kompensationsmaßnahmen steht nach Erteilung einer Genehmigung endgültig fest. „Derzeit planen wir unter anderem die Neuanlage von Wald, Aufforstungen und die Extensivierung von Grünflächen.“

Wie breit müssen die Anfahrtswege im Wald während der Bauphase sein?

Die Zufahrtswege benötigen eine Breite von 4,5 bis 6 Meter. Diese werden mit Schotter befestigt. Lediglich in Kurven müssen diese Wege zusätzlich verbreitert werden. Zum Großteil befindet sich die Zuwegung jedoch auf vorhanden Wegen, so Abicon.

Gibt es ausreichend Wind am Waltersberg?

Die Anlagen werden in einer Geländehöhe von 265 bis 305 Metern errichtet. Es wurde eigens am Standort eine einjährige Windmessung durchgeführt und diese mit Langzeitwindmessungen von über 30 Jahren ausgewertet. Es ergibt sich eine mittlere Windgeschwindigkeit von mindestens 6,3 Metern pro Sekunde in Nabenhöhe. Damit wird der Richtwert von mindestens 5,75 Metern pro Sekunde überschritten.

Wieviel Strom wird erzeugt werden?

Durch sorgfältige Auswahl der Windenergieanlagen, lasse sich ein Maximum an Energie erzeugen, ist Abicon überzeugt. Für den Waltersberg werden ca. 12,1 Millionen Kilowattstunden Energieertrag pro Windrad und Jahr prognostiziert, dies entspreche dem Strombedarf von circa 3300 Haushalten, rechnet Abicon vor.

Wie profitiert die Region wirtschaftlich von dem Windpark Waltersberg?

Die Firma Abicon gibt an, regionale Wertschöpfung sei dem Unternehmen wichtig. Dazu zählen neben regionalen Firmen, die insbesondere während der Bauphase tätig werden, auch die Bürger. Geplant sei eine Bürgerbeteiligung beispielsweise in Form von einer Geldanlage mit Verzinsung. Abicon: „Mit dem Windpark am Waltersberg leisten wir gemeinsam einen positiven Beitrag zur Energiewende und der dezentralen Energieversorgung.“

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