Bürgerinitiative: Protest gegen Südlink-Trasse

Jürgen Jurgilewitsch

Todenhausen. Südlink bewegt: Hundert Menschen kamen am Mittwochabend in Todenhausen im Gasthaus Schwarzer Adler zusammen, um sich über das Thema Höchstspannungsleitung zu informieren.

Eingeladen hatte der Todenhäuser Ortsbeirat. Wie Todenhausen wären auch die Frielendorfer Ortsteile Linsingen, Gebersdorf, Leimsfeld Schönborn und Obergrenzebach von einer alternativen Routenplanung der Energieautobahn betroffen, die Strom von der Nordsee nach Bayern transportieren soll.

Als Referenten hatten die Todenhäuser Jürgen Jurgilewitsch, Vorsitzender der Knüllwälder Gemeindevertretung und Sprecher der Bürgerinitiative „Lebenswertes Knüllwald“, engagiert. Dort hat sich der Bürgerprotest gegen das Projekt schon seit längeren formiert.

Bislang gäbe es weltweit erst zwei Gleichstromtrassen dieser Art, eine in China, eine in den USA. Beide ständen allerdings in bevölkerungsarmen Gegenden, verdeutlichte Jurgilewitsch anschaulich die Dimensionen und Risiken des Großprojekts. Darüber hinaus würden Alternativen wie zum Beispiel Erdverkabelung oder intelligente Netztechnik bislang viel zu wenig berücksichtigt. Die langfristigen gesundheitlichen Risiken einer solchen 500 000 Volt führenden Stromtrasse seien noch völlig unbekannt. „Macht aus uns keine Versuchskaninchen“, so Jurgilewitschs Appell an Politik und Industrie.

Gründet eine Bürgerinitiative. Dieser Krieg hier dauert länger.“

Jürgen Jurgilewitsch

Ärgerlich sei die anfängliche Ignoranz von Politik und Tennet gegenüber den betroffenen Menschen gewesen, berichtete Jurgilewitsch. Sein Rat daher an die Frielendorfer: „Gründet eine Bürgerinitiative. Dieser Krieg hier dauert länger.“ Der Kampf gegen die Stromtrasse würde auch über die Wahlurne geführt, so der Knüllwälder abschließend.

Sichtlich erschlagen von den vielen Informationen meldeten sich in der anschließenden Diskussionsrunde nur wenige Menschen zu Wort. Rainer Ochs skizzierte die Probleme, die eine Erdverkabelung gerade für landwirtschaftlich genutzte Flächen mit sich bringen könnte. Auch bei einer Erdverkabelung in dieser Größenordnung gebe es noch keine Erfahrungswerte. „Die Streifen sind im Grunde betoniert“, gab der Landwirt zu bedenken.

Todenhausens Ortsvorsteher Markus Reckziegel und der neue Beauftragte der Gemeinde Frielendorf zur Thematik Südlink, Thorsten Vaupel, sahen in den Informationsabend den Auftakt für eine Frielendorfer Bürgerinitiative. „Wir sollten jetzt aufstehen und etwas dagegen tun. Das ist der einzige Weg um die große Politik zur Umkehr zu bewegen“, warb Reckziegel.

Infoveranstaltung: Freitag, 5. Dezember, ab 19 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Frielendorf.

Von Matthias Haaß

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