Festliches Adventskonzert mit der Hephata-Kantorei in der Stadtkirche Treysa

Frohe Botschaft als Musik

Harmonisches Musizieren beim Konzert am Vorabend des Zweiten Advent in der Stadtkirche Treysa: Die Hephata-Kantorei, Solisten und Orchester unter der Leitung von Dorothea Grebe. Foto: Diehl

Treysa. Am Ende war es nicht nur Dorothea Grebe, die strahlte – erleichtert und glücklich zugleich, über ein gelungenes Adventskonzert in der Stadtkirche Treysa, zusammen gefügt und zusammen geführt von der Hephata-Kantorin.

Wer sich innerlich noch kahl fühlte wie ein Barbarazweig bevor die Knospen aufgesprungen sind, dem bot die festliche Musik eine gute Gelegenheit, sich zu öffnen für die frohe Botschaft.

Solisten unterstützten

„Machet die Tore weit“, sangen die 24 Sängerinnen und Sänger, unterstützt von den Solisten Anna Palupski (Sopran) und Thomas Wiegand (Bass), dem Ensemble accompagnato Kassel unter der Leitung von Susanne Herrmann, Judith Gerdes an der Oboe sowie Thomas Klein am Positiv der Stadtkirchenorgel.

Die Telemann-Kantate für vierstimmigen Chor und Orchester mit seinem schwungvollen Eingangschor und den inniglichen Arien, Rezitativen und Chorälen gehört zu den meistaufgeführten Werken Georg Friedrich Telemanns (1681-1767) und erfüllte die Stadtkirche mit festlichem Klang. So schön, dass der Eingangschoral nach dem gut einstündigen Konzertprogramm als Zugabe erklang – noch eindrucksvoller, fröhlicher und losgelöster als zu Beginn, befreit von aller anfänglicher Anspannung.

Das festliche Adventskonzert zeichnete sich durch die musikalische Leistung der einzelnen Aufführenden sowie das harmonische Zusammenspiel aus. Dies ist nicht selbstverständlich, gibt es doch kaum Gelegenheiten, das gemeinsame Musizieren zu üben.

Umso mehr kommt es auf ein souveränes Dirigat an, um Chor, Streicher und Solisten zusammen zu fügen, was Dorothea Grebe gelang. Seit August hatte sie mit dem Chor das Adventsprogramm geprobt, und war mit der Auswahl der Stücke auch neue Wege gegangen, wie mit der hierzulande unbekannten Kantate „In cordis iubilo“ des zeitgenössischen italienischen Komponisten Enrico Vercesi. Die klang mit ihrem eindrücklichen „Halleluja“ so konventionell, dass sie sich nach den Barock-Stücken von Telemann und Bach, dem Konzert d-Moll für Solo-Oboe, Solo-Violine, Streicher und Orgel (BWV 1060) gut in das Programm einfügte.

Musikalische Abwechslung bot wiederum das klangprächtige Instrumentalstück „Grand Choeur - Sortie pour Noel“ des französischen Komponisten Ce’sar Franck (1822-1890), ein Weihnachtslied, bei dem Orgel und Streicher in eindrucksvollen Dialog traten.

„My soul doth magnify the Lord“ (Meine Seele erhebt den Herrn“), sang der Chor begleitet von Thomas Klein an der Orgel zum Abschluss des beeindruckenden Adventskonzerts.

Das Magnificat des irischen Komponisten Charles Villiers Stanford, das die Worte der schwangeren Maria an Elisabeth vertont, gehört zu den gesungenen Abendgebeten der anglikanischen Kirche und animierte die knapp 80 Besucher zu kräftigem Applaus.

Von Kerstin Diehl

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