Der Blick auf die eigene Tankuhr kann täuschen

Frost erwischt Knauserer kalt

Durch Schnee und Eis: Hubert Spielvogel betankt seinen Laster mit 30 000 Litern Heizöl. Foto: Broy

Schwalm-Eder. Beim Prüfen der heimischen Vorräte sollte man sehr vorsichtig sein: Das ist der Rat von Joerg Schneider (Firma Wiederhold, Homberg).

Denn: Die Anzeige der Tankuhr könne leicht täuschen. Zögernde Kunden sollten bedenken, dass aus technischen Gründen immer ein Rest Öl im Tank bleibt und sich am Boden absetzt. In großen Tankanlagen können das bis zu 400 Litern sein. Bei der Vereinbarung eines Liefertermins müsse man daher einen Puffer einkalkulieren.

Nicht nur Kunden mit leeren Öltanks ordern derzeit verstärkt, sondern laut Peter Wessel von Heizöl Pfetzing in Alheim auch „Angstkäufer“. Denen ist die anhaltende Kälte einfach nicht geheuer, sie wollen vor allem reichlich bevorratet ein.

Als Fahrer eines Tanklasters ist Hubert Spielvogel (Schwalmstadt) froh, wenn die Kunden rechtzeitig bestellen und er sich mit seinem Gefährt nicht bei spiegelglatter Fahrbahn in Bewegung setzen muss. „Ein Tanklaster ist ein Gefahrguttransport. Wenn Wetterwarnungen vorliegen, liegt es im Ermessen des Fahres, ob er ausliefert.“ Spielvogel hat bisher aber noch alle Aufträge in diesem Winter erfüllen können, Schnee und Frost zum Trotz.

Und wie entwickelt sich der Preis? Die Lieferanten können keine sicheren Prognosen dazu abgeben. „Das hängt maßgeblich mit den Spekulationen an der Börse zusammen. Früher spielten das Wetter und die Ferienzeiten noch eine große Rolle, das ist heute nicht mehr so“, erklärt Birgit Spielvogel.

Christian Löber vom Lieferunternehmen Greiner in Wabern sieht den Grund für die steigende Zahl von Kaltsitzern auch in den milden Wintern der vergangenen Jahre. „Da sind manche doch sehr überrascht, wieviel Öl ihre Heizung plötzlich verbraucht“, sagt Löber.

Kanisterweise

Er bietet auf seinem Hof einen Abfüllservice an, mit dem sich Kunden mit eigenen Kanistern wenigstens für ein paar Tage eindecken können, wenn das Geld nicht für eine große Bestellung reicht. Das Befüllen ihres Heizöltanks mit Dieselkraftstoff sollten Hausbesitzer übrigens möglichst vermeiden, da dieser durch den Biodiesel-Anteil schädlich für den Brenner sein kann. (sob/mcj/mls)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.