Für Innenausbau fehlt der Kirchengemeinde Geld

Richtfest am Gemeindehaus Neukirchen – Budget reicht nicht

Das Dach ist drauf am neuen evangelischen Gemeindehaus auf dem Marktplatz in Neukirchen
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Das Dach ist drauf am neuen evangelischen Gemeindehaus auf dem Marktplatz in Neukirchen, wann es fertig sein wird, ist noch ungewiss.

Nicht nur bunte Bänder, sondern auch christliche Symbolfische zierten den Richtbaum des neuen Gemeindehauses der Kirchengemeinde Neukirchen-Knüll am Montag am Marktplatz 9. „Seit 2012 möchte ich ein Gemeindehaus bauen, ich kann es noch gar nicht greifen, dass heute wirklich Richtfest ist“, sagte Pfarrerin Nora Dinges.

Mit Zimmermannsmeister Harald Wende hielt Dinges den Richtspruch, schlug den letzten Nagel in den Dachstuhl ein, stieß auf den Neubau an, um sodann die Schnapsgläser mit Wucht auf dem Bau zerschellen zu lassen. „Das sind für mich fremde Traditionen, aber ich gebe mein Bestes“, so Dinges, die die weltliche Richttradition mit einem Segensspruch ergänzte und einen unfallfreien Fortgang der Bauarbeiten wünschte.

Die Pfarrerin dankte allen Beteiligten Planern, Bauausschuss-Mitgliedern, Baufirmen, dem Kirchenvorstand und nicht zuletzt Bauleiter Erwin Gans für ihr Engagement. Ursprünglich war der Neubau mit 800 000 Euro kalkuliert, inzwischen aber weiß die Gemeinde, dass das Budget nur für die Fertigstellung des Rohbaues reichen wird. „Wir können noch Türen und Fenster bezahlen, aber für den Innenausbau an sich wird es definitiv eng“, so Dinges, die somit noch nicht sagen kann, ob die Bauarbeiten nach der Rohbaufertigstellung weitergehen können. „Ich kann so auch kein Datum der Fertigstellung nennen.“ 2012 hatte die rund 3000 Mitglieder zählende Gemeinde ihr Gemeindehaus im Muhlsweg 1 verkauft und sich das Recht der Mietnutzung bis zur Fertigstellung eines neuen Domizils vorbehalten. „Wir kommen somit den aktuellen Zumessungsbestimmungen der Landeskirche für die Größe eines Gemeindehauses nach“, erklärte Dinges.

Pro Gemeindemitglied stünde nur eine gewisse Quadratmeterzahl an Gemeindehausfläche zur Verfügung und so sei das alte Domizil zu groß. Der Neubau, der sich in direkter Nachbarschaft zur Nikolaikirche, gleich neben dem Märchenhaus, befindet, fasst 350 Quadratmeter und soll im Erdgeschoss einen Gemeindesaal mit Küche und im Obergeschoss Büro- und Besprechungsräume beherbergen. Das Dachgeschoss ist der Gebäudetechnik vorbehalten und im Erker werde Stauraum für Materialien geschaffen. „Bei den Gewerken des Innenausbaus sollen möglichst viele Gemeindemitglieder mit anpacken. Durch die Eigenleistung bekommen die Gemeindemitglieder einen Bezug zum Haus. Es soll ein Haus der Gemeinde, ein Haus für uns alle sein“, erläuterte die Pfarrerin.

Das Geld stammt zum einen aus Rücklagen der Gemeinde, Unterstützung des Kirchenkreises, einem Kredit der Landeskirche und auch zahlreichen Spenden aus der Gemeinde selbst. „Jeder Euro wird gebraucht“, sagte Dinges, die hofft, dass sich noch weitere Töpfe zur Fertigstellung des Hauses auftun werden. Zum Richtfest waren nur die Fachplaner und Verantwortlichen geladen, doch spätestens bei der Hauseinweihung soll auch die gesamte Gemeinde mitfeiern.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer 

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