In Gebersdorf entsteht eine private Drogenhilfeeinrichtung für Jugendliche

Private Jugendhilfeeinrichtung: In diesem Haus in der Hainstraße in Gebersdorf werden in Kürze die ersten Jugendlichen einziehen. Geplant ist dort eine Wohngruppe für bis zu 12 Jugendlichen mit Drogenproblemen. Fotos:  Grede

Gebersdorf. In einem derzeit leerstehenden Wohnhaus in der Hainstraße soll eine Wohngruppe für bis zu zwölf Jugendliche mit Suchtproblemen eingerichtet werden.

Gebersdorf. In Gebersdorf soll in einem Mehrfamilienwohnhaus eine private Jugendhilfeeinrichtung entstehen. Das gefällt nicht allen in Gebersdorf.

Der Betreiber

Atila Darabos

Betreiber der Wohngruppe ist der Neukirchener Atila Darabos. Der 44-jährige Sozialpädagoge und Suchttherapeut war zuletzt Leiter der Drogenhilfe Fleckenbühl im Willingshäuser Ortsteil Leimbach und ist Dozent an der Hephata-Akademie. Er bestätigt die Planungen, für die es in Kürze die Betriebsgenehmigung geben wird. Bei dem Projekt in Gebersdorf will er mit seinem vorherigen Arbeitgeber, der Drogenhilfe Fleckenbühl kooperieren.

Das Haus

Das Haus mit drei Wohnungen, verteilt auf 290 Quadratmeter Wohnfläche, biete gute Voraussetzungen, größere Umbaumaßnahmen seien nicht nötig. Die sanitären Anlagen müssten angepasst werden. Bereits in Kürze könnten die ersten Jugendlichen aufgenommen werden, bis Ende des Jahres soll die Wohngruppe dann komplett sein. Sorgfalt gehe vor Eile, deshalb werde es einen stufenweisen Ausbau geben. Am Ende sollen dort acht Stellen zur Betreuung der Jugendlichen plus die einer hauswirtschaftlichen Kraft geschaffen werden.

Die Jugendlichen

Das Jugendhilfeangebot in Gebersdorf soll sich an Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren richten, die noch nicht als abhängig gelten, aber bereits Drogen konsumieren, erklärt Horst Brocke, der Einrichtungen der Sozialwirtschaft berät.

Das Dorf

Horst Brocke

In einem Schreiben kritisieren Anwohner und Nachbarn das Vorhaben von Atila Darabos. Das bestätigt Elif Türksoy, die auf dem Hainhof gegenüber der geplanten Einrichtung lebt. Laut Gemeinde haben den Brief 23 Personen unterschrieben, in Gebersdorf leben insgesamt 80 Menschen. Türksoy, die selbst in der Drogentherapie arbeitet, kritisiert insbesondere das intransparente Vorgehen des Betreibers. Aus Sicht der Unterzeichner sei zudem sein Konzept „weder seriös noch überzeugend“. Außerdem sorgen sie sich um die Sicherheit in ihrem Dorf. In unmittelbarer Nähe zu den Drogenszenen in Homberg und Schwalmstadt „ist die Bildung einer Drogenszene vor Ort leicht möglich“, heißt es weiter.

Ortsvorsteher Karl-Walter Möller sieht das anders. Er meint, dass das Vorhaben „keine schlechte Sache“ sei. Es kämen schließlich keine Verbrecher in das Dorf. Es müsse weitere Informationsveranstaltungen geben.

Das Jugenamt

Im Schwalm-Eder-Kreis gebe es zwei in privater Trägerschaft geführte Jugendhilfeeinrichtungen, erklärt Karin Wagner, Leiterin des Jugendamtes. Üblicherweise haben die privaten Träger kleinere Einrichtungen. Jede Jugendhilfeeinrichtung benötigt eine Betriebserlaubnis. Im Fall der geplanten Einrichtung in Gebersdorf hat der Landkreis nach Prüfung der Voraussetzungen dem Sozialministerium die Erteilung einer Betriebserlaubnis empfohlen. Die Voraussetzungen dafür sind hoch, so die Jugendamtsleiterin. 

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