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Neukirchener nutzten Gelegenheit zum Nachhaken

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In der Diskussion: Die Art und Weise der Gebührenberechnung für den Friedhof in Neukirchen war das Hauptthema.
In der Diskussion: Die Art und Weise der Gebührenberechnung für den Friedhof in Neukirchen war das Haupthema. © Sandra Rose

Nach langer Coronapause gab es in Neukirchen wieder die Jahresbürgerversammlung. Dabei haben Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg und Bürgermeister Marian Knauff den Haushalt der vergangenen Jahre, kommende und fertiggestellte Bauprojekte und weitere Vorhaben vorgestellt.

Neukirchen - Für Teilnehmer das besonders wichtige Thema waren die Friedhofsgebühren in Neukirchen. Sie zeigten allgemeines Unverständnis gegenüber den regelmäßig anfallenden Gebühren und forderten Aufklärung, da andere Gemeinden lediglich eine Grundgebühr verlangten.

Friedhofsunterhaltung

Parlamentschef Berg verwies darauf, dass in anderen Kommunen beim Sterbefall einmalig eine durchschnittlich höhere Gebühr bezahlt werde. Der Hessische Städte- und Gemeindebund habe empfohlen, stattdessen eine geringere Grundgebühr zur Friedhofsunterhaltung beim Sterbefall zu verlangen und dann in Abschnitten von drei Jahren für die Dauer von 30 Jahren eine Friedhofsunterhaltungsgebühr zu erheben, die an die tatsächlichen Unterhaltungskosten angeglichen wird.

Im Moment liegt diese für Neukirchen bei 44 Euro jährlich, wird aber alle drei Jahre neu berechnet. Dieser Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes sei die Stadt gefolgt. Dass dies auf allgemeinen Unmut stößt, sei auch durch 17 schriftliche Beschwerden bereits bekannt, er sei gerne bereit, über eine neue Vorlage zu beraten.

Schwarzbauten

Als weiteres Anliegen erwies sich die illegale Bebauung der Gärten, vor allem in Richtung Schwarzenborn oberhalb der Urbach und unterhalb des Friedhofs. Die mit Gartenhäusern und Containern zugestellten Gärten stören das Landschaftsbild und sind so offensichtlich nicht genehmigt. Stadtverordnetenvorsteher Berg stimmte den Bedenken zu und bedauert vor allem die Ungerechtigkeit gegenüber jenen, die ihre Gartenhäuser korrekt anmelden und sich an die Baupläne halten. Problematisch dabei scheint die Zuständigkeit. Das Bauverwaltungsamt der Stadt Neukirchen ist laut Leiter Michael Slabon keine Genehmigungsbehörde und deswegen nicht zuständig. Die für die Überprüfung zuständige Bauaufsichtsbehörde Schwalm-Eder habe aber auf Anfrage erklärt, dass sie sich aus Zeitgründen nicht darum kümmern könne.

Energiesparen

Gesprochen wurde auch über die Maßnahmen zum Energiesparen, indem von 23 bis 4 Uhr die Straßen- und Weihnachtsbeleuchtung abgeschaltet werden soll und das Abkühlen der Badetemperatur des Hallenbads von 30 auf 28 Grad (HNA berichtete).

Glasfaser

Mitgeteilt wurde, dass nun 40 Prozent der Haushalte mit TNG einen Vorvertrag abgeschlossen haben und damit die Quote erfüllt ist, um mit der Planung des Glasfaserausbaus zu beginnen (HNA berichtete).

Bürokratie

Etwa 50 Personen waren zusammengekommen, unter ihnen auch Ortsvorsteher und Stadtverordnete. Trotz mancher Unzufriedenheit und Kritik war die Stimmung größtenteils entspannt. Die erschienenen Bürger im gut gefüllten Rathaussaal hatten viele Fragen mitgebracht – und ließen es sich nicht nehmen, sich über absurde bürokratische Hürden und deren Folgen lustig zu machen und ihre Meinung zu einzelnen Entscheidungen deutlich, aber respektvoll vorzutragen. Stadtverordnetenvorsteher Berg verstand es dabei, auf humor- und verständnisvolle Art Schärfen herauszunehmen. (Yannik Ohrndorf)

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