Projekt von Gunter Demnig: Gedenken an die jüdische Familie Nussbaum

Acht neue Stolpersteine liegen in der Untergasse in Neukirchen

Neben der Gedenktafel, die an den einstigen Standort der Synagoge in Neukirchen erinnert, liegen acht Stolpersteine.
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An die Familie Nussbaum erinnern acht neu verlegte Stolpersteine nahe der früheren Synagoge in Neukirchen.

In der Neukirchener Untergasse wurden abermals Stolpersteine verlegt – diesmal für die Familie Nussbaum. Mit dabei waren Schüler der Steinwaldschule, Willi Berg von der Stadt Neukirchen, Gerd Höfer als Erster Stadtrat, Stefanie Wagner von der Melanchthon-Schule Steinatal, Olaf Rödiger als Schulleiter der Steinwaldschule Neukirchen, Hans-Werner Dittmar als Stufenleiter der Steinwaldschule sowie Gäste.

Neukirchen ist die 934. Kommune in Deutschland, die sich am Projekt „Stolpersteine“ von Gunter Demnig beteiligt. Der Künstler hatte 1994 in Köln begonnen, Gedenksteine für jüdische Einwohner im Pflaster zu verlegen. Anfangs illegal. Seit 2000 ist Demnig für sein Projekt unterwegs. Inzwischen liegen Stolpersteine in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas. Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst dort wohnten. In Neukirchen konnte der Künstler coronabedingt diesmal nicht dabei sein. Die neuen Stolpersteine erinnern an Dina, Emilie, Levi, Moritz, Julius, Johanna, Frieda und Bertha Nussbaum. Die Familie Nussbaum lebte im Obergeschoss der kleinen Synagoge in der Untergasse 141. Anfang der 1930er-Jahre war Dina Nussbaum Inhaberin eines kleinen Verkaufsraums im Haus des Adam Ritter am Christeröder Weg. Dort verkaufte sie mit ihren Söhnen, die beide Metzger gelernt hatten, koscheres Fleisch, schlachtete Ziegen und Lämmer, handelte mit Fellen. In Neukirchen ist es die sechste Familie, für die Stolpersteine gesetzt wurden.

Bei der Gedenkveranstaltung erzählten nach einleitenden Worten des Ersten Stadtrats Höfer Schüler das Leben der Familie Nussbaum nach. Anna Brandner, Maximilian Jakob, Lena Kordvan, Finn Mandt, Annette Meier, Moritz Richardt, Eric Weber und Mike Wendelmuth zitierten Zeilen von Stella Rosenberg („Vermächtnis aus Auschwitz“) und von Inge Auerbach („Ich bin ein Stern“).

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