Die 92-jährige Anna-Katharina Ochs war zu Gast in der Kleeblattschule Obergrenzebach

Mit Geduld und ruhiger Hand

Ruhige Hand ist vonnöten: Den Schulkindern zeigte Anna-Katharina Ochs eine alte Kunst des Ostereierverzierens. Fotos: privat

Obergrenzebach. In der Nachmittagsbetreuung der Kleeblattschule Obergrenzebach war jüngst Anna-Katharina Ochs (92) aus Leimsfeld zu Gast. Der Förderverein der Schule hatte die alte Dame eingeladen, um den Schülern eine andere, sehr alte und traditionsreiche Art des Eierbemalens zu zeigen: Ochs verziert die rohen Ostereier mit Bienenwachs.

Diese aus dem 18. Jahrhundert stammende Tradition hat die Leimsfelderin 1984 von den Marburger Landfrauen erlernt und seitdem wohl tausende Eier in dieser Art bemalt.

Mit erstaunlich ruhiger Hand zeigte sie den Kindern, wie man mit einer Stahlfeder, die noch aus ihrer Schulzeit stammt, und flüssigem Bienenwachs filigrane Muster und Schriftzüge auf das rohe Ei malt.

Muster sind häufig Weidenkätzchenzweige, die das Frühlingserwachen darstellen, Ähren für die Ernte, Wellenlinien für das Auf und Ab im Leben, aber auch biblische Sprüche.

Das bemalte Ei wird anschließend in eine Natur- oder Batikfarbe getaucht, bis das Wachs weich geworden ist.

Danach wird das Wachs abgewischt – dabei kommt an den freien Stellen die natürliche Farbe des Eies zum Vorschein, die Muster und aufgeschriebenen Sprüche erscheinen im Negativ. Beim Abreiben der Eier zerbreche aber auch ab und zu ein Exemplar, und dann war die Arbeit von mehr als zwei Stunden umsonst, berichtete die Leimsfelderin. Jedes Jahr verziert Ochs nach eigenen Angaben mehr als 200 Eier; viele verkauft sie auf einem Ostermarkt bei Bad Hersfeld.

Die Kinder der Nachmittagsbetreuung beeindruckte vor allem die Geduld der Seniorin.

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