Zwei Tafeln im Dorfgemeinschaftshaus erinnern an Bürgermeister und Ortsvorsteher

Gegen das Vergessen

Damit die Jüngeren es nachlesen können: Der Ortsbeirat hat das Projekt der Erinnerungstafeln im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht, Hans Roth (Dritter von links) hat es realisiert. Foto: Rose

Röllshausen. Im Röllshäuser Gemeinschaftshaus sind ab sofort all jene verewigt, die den Ort und vor allem den Bau des Gemeindesaals und heutigen Dorfgemeinschaftshauses maßgeblich prägten. Hans Roth stellte jüngst das Projekt des Ortsbeirates vor.

Bürgermeister und Ortsvorsteher Johann Georg Glintzer lenkte von 1924 bis 45 die Geschicke Röllshausens: „Er initiierte 1937 den Bau eines Gemeindesaals und weihte das Gebäude anlässlich der Kirmes ein. Ein Jahr später entstand die Gemeindewirtschaft“, erklärte Roth. Sein Nachfolger Johann Heinrich Gessner, der drei Jahre bis 1948 im Amt war, trieb den Bau der Wasserleitung voran. Zudem verpachtete er den Gemeindesaal, um dort Kinofilme zeigen zu lassen. Auch für die Kirmes wurde der Saal fortan genutzt.

Unter Johann Georg Bechtel - Bürgermeister von 1948 bis 1952 - wurde die Wasserleitung fertig gestellt. Im Gemeindesaal finden mehr und mehr auch Tanzveranstaltungen statt. Die Geschicke des Ortes lenkt von 1952 bis 1973 Johann Heinrich Leiser: Unter seiner Regie wird der Gemeindesaal als Gerichtsaal genutzt, 1956 die Schule gebaut. Auch Theateraufführungen etablieren sich. 1967 verwandelt sich der Saal in eine Boxhalle. 1970 beginnt die grundlegende Sanierung des Saales und der Gastwirtschaft. Unter Karl-Heinz Schwarz, dem ersten Bürgermeister nach der Gebietsreform und bis 1988 tätig, und Johannes Diehl (Ortsvorsteher von 77 bis 1989) werden die Fenster und die beiden Eingangstüren erneuert, die Gaststätte 1986 umgebaut.

Unter Hans Geisel, der von 1989 bis 1997 das Amt des Röllshäuser Ortsvorstehers übernimmt, vollzieht sich der Umbau der Gastwirtschaft zu einem Kindergarten. Der wird 1996 fertig. Bürgermeister ist zu dieser Zeit Erich Diehl - von 1989 bis 2011, Ortsvorsteher ist Johann Heinrich Diehl (89 bis 1997). Im Jahr 2000 erfolgt der Umbau und die Erweiterung des Saals zu einem DGH, zwei Jahre später werden Jugend- und Vereinsräume angebaut - der Lückenschluss zur Grundschule.

Vorplatz wurde gestaltet

Die Gestaltung des Vorplatzes zum Johann-Georg-Glintzer-Platz nimmt 2006 Formen an. Hans Roth, der die Fotos gesammelt und das Konzept entwarf, hat damit gleich zwei Erinnerungstafeln in den Vereinsräumen geschaffen: Hinter Glas sind die Gefallenen, Vermissten und Heimkehrer des Zweiten Weltkrieges verewigt. Die Kosten für beide Tafeln übernahm die Gemeinde. Werner Lange hat den Raum zuvor ehrenamtlich gestrichen und hergerichtet. In Zukunft seien noch Infotafeln denkbar, erläutert Roth: „Damit wichtige Röllshäuser nicht in Vergessenheit geraten und Jüngere etwas über die Geschichte des Ortes nachlesen können.“

Von Sandra Rose

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