Auszubildende zur Fleischereifachverkäuferin verkürzten ihre Lehre um halbes Jahr

Es geht ihnen um die Wurst

Sie sind echte Könner in ihrem Beruf: (von links) Franziska Blossey, Jasmin Dunkel, Janine Muhly und Swetlana Richter präsentierten ihre Wurst- und Bratenplatten sowie Schnittchen bei der Prüfung.

Ziegenhain. Längst geht es beim Beruf der Fleischereifachverkäuferin nicht mehr nur um das Verkaufen von Wurst- und Fleischwaren: Betriebswirtschaft, Wirtschafts- und Sozialkunde, das Wissen um die verarbeiteten Lebensmittel, die Zubereitung und nicht zuletzt das richtige Händchen für ein Beratungsgespräch mit Kunden sind heute gefragt.

Dass die Fleischereifachverkäuferinnen all das beherrschen, haben die Prüflinge in der vorigen Woche in den Beruflichen Schulen in Ziegenhain bewiesen. Das Besondere: Alle Auszubildenden konnten ihre dreijährige Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzen, weil sie bereits im Laufe der Lehre mit besten Leistungen glänzten. „Diese Situation haben wir höchst selten“, erklärt Birgit Jäger von Prüfungsausschuss.

Anspruchsvolle Fertigung

Der Abschlussprüfung stellten sich Swetlana Richter (Fleischerei Jäger, Homberg), Jasmin Dunkel (Fleischerei Gombert, Dagobertshausen), Franziska Blossey (Fleischerei Blossey, Felsberg) und Janine Muhly (Fleischerei Korell, Schrecksbach). Die Prüfung unterteilt sich in eine Kenntnis- und eine Fertigungsprüfung. Doch nicht nur der 300-minütige erste Teil ist durchaus anspruchsvoll. Besonders herausfordernd ist die Fertigung: Denn dabei müssen die Auszubildenden zeigen, was sie gelernt haben.

„Es geht unter anderem darum, Fleischteile von Rind, Schwein, Lamm und Kalb zu benennen, um ein Beratungsgespräch, aber auch um das Herrichten von Geschenkideen und die Herstellung einer Schinken-Bratenplatte“, erläutert Jäger.

Kollegin Edith Knauff, ebenfalls im Prüfungsausschuss, verdeutlicht: „Bewertet werden auch Sauberkeit, die Legetechnik, die Garnierung und die Schnitztechniken von Obst und Gemüse.“ Und die sind – das wird beim Blick auf die kunstvoll arrangierten Wurstsorten klar – durchaus filigran und erfordern Fingerfertigkeit und Feinmotorik. „Die Hauptarbeit findet nicht am Tresen, sondern vor allem hinter den Kulissen statt“, sagen die Prüferinnen.

Geschenkideen

Unterdessen sind die Prüflinge mit der Umsetzung ihrer Geschenkidee beschäftigt: Kreativ sollen sie arbeiten, aber eben auch rational. Jasmin Dunkel hat ihre Wurst zusammen mit Kleinigkeiten rund um die Karosse in einem Autoreifen arrangiert, Swetlana Richter hofft, mit der Idee für die Eröffnung eines Spielzeugladens – als Korb für die Präsente dient ein kleiner Einkaufswagen– zu punkten. Immer wichtiger werde auch der Partyservice. Dazu gehörten Beratung, Berechnung, Kalkulation und Zubereitung zu den Aufgaben. Ein schön gedeckter Tisch und die Zubereitung eines Feinkost-Salates inklusive Rezeptblatt erwartete der Prüfungsausschuss ebenfalls von den Auszubildenden. Die Leckereien wurden auf ihre Rezepturen hin überprüft und natürlich probiert.

Fortbildungschancen

Birgit Jäger verdeutlicht, dass der Beruf sehr vielfältig sei: „Es gibt Fortbildungsmöglichkeiten wie zum Verkaufs- oder Filialleiter oder sogar zum Betriebswirt.“ Das Fleischerhandwerk suche stets nach Auszubildenden, erklärt Karin Hoffmann vom Prüfungsausschuss: „Die Übernahmechancen sind nach der Ausbildung sehr hoch.“ 

Von Sandra Rose

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.