Versammlung zur Windkraft: Gemeindevertreter diskutierten über Vorrangflächen

Es geht ums richtige Maß

Bürgerversammlung zur Windkraft: Die Gemeindevertreter aus Gilserberg haben über zehn Vorrangflächen diskutiert. Foto:  Rose

Gilserberg. Der zweite Entwurf des Regionalplans beschäftigt die Kommunen: Bis kommenden Freitag muss auch die Gemeinde Gilserberg in der Offenlegungsphase eine Stellungnahme zu den Flächen für neue Windkraftanlagen abgeben. Dazu riefen die Gemeindevertreter am Donnerstag auch die Gilserberger selbst auf – in einer Bürgerversammlung.

Aktuell geht es um zehn Vorrangflächen, auf denen künftig zwischen 30 und 50 Windräder stehen könnten. „Wie viele genehmigt werden, kann niemand sagen“, berichtete Bürgermeister Rainer Barth. Drei Standorten werde die Gemeinde nicht zustimmen.

Roland Grebe vom zuständigen Ingenieurbüro - seit Jahren lässt sich Gilserberg von Experten begleiten - erläuterte den Sachstand. Als schwierig beschrieb er das hehre Ziel der interkommunalen Zusammenarbeit, die sich in Fragen der Windkraft um keinen Deut verbessert habe. Das RP habe unter anderem den Buch-Berg aus den Plänen gestrichen. Als Argument führe man an, dass die Bundeswehr das Areal als Übungsstrecke für Hubschrauber nutze. Die Fläche am Molkerain sei größer gewesen und auf 15 Hektar reduziert worden. Als heiß umkämpft gelte der „Zentralbahnhof“: „Diese Fläche sollte nicht bebaut werden. Sie dient der Naherholung und ist außerdem extrem sichtexponiert“, sind sich Experten und Gemeindevertreter sicher.

Schwierig seien Gespräche mit Gemünden. „Die beharren auf ihre elf Anlagen, obwohl hinter vorgehaltener Hand gesagt wird, dass maximal sieben gebaut werden“, erläutert Grebe. Umstritten sei auch der Standort Heimbach. Reiner Weiß aus Appenhain sprach vielen Bürgern aus der Seele: „Ich sehe aufgrund der Vielzahl der Anlagen die Akzeptanz in der Gemeinde gefährdet.“ Barth pflichtete ihm bei: „Es geht darum, das richtige Maß zu finden.“

Frank Hülsmann aus Sachsenhausen ärgerte sich, dass Einwohner ausschließlich private und keine fachlichen Gründe anführen dürften: „Wir müssen eine interkommunale Zusammenarbeit einfordern.“ Er forderte eine Einsicht in die Pläne der angrenzenden Gemeinden, etwa Mengsberg. Die Gutachten müssten für alle einsehbar sein, denn die vier geplanten Anlagen in Mengsberg seien deutlich insbesondere von Sachsenhausen und Appenhain aus zu sehen. Rainer Barth machte nochmals Gilserbergs exponierte Hochlage deutlich. „Deshalb wird uns auch zugemutet, mehr Anlagen zu ertragen, als andere.“

Von Sandra Rose

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