Lage am Schwälmer Arbeitsmarkt entspannt sich weiter

Es geht weiter voran

Schwalm. „Die Lage ist recht positiv“: Mit den neuen Zahlen für den Schwälmer Arbeitsmarkt ist Ulrich Schmittdiel, Leiter der Schwalmstädter Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, durchaus zufrieden. Denn im Altkreis Ziegenhain hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Juli weiter verringert. Waren im Juni noch 1605 Menschen ohne Arbeit, so sind es derzeit 1527 Menschen. Entsprechend ist die Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent auf 5,9 Prozent weiter gesunken. Im Vorjahr 2009 betrug diese Quote gar noch 7 Prozent.

Die gute Entwicklung in der Schwalm hängt sehr eng mit der verbesserten Konjunktur in Handwerk und Industrie zusammen, erklärt Schmittdiel. Vor allem das Konjunkturpaket II der Bundesregierung, mit dem die Sanierung öffentlicher Gebäude bezuschusst wird, wirke sich aus – und davon profitiert etwa im Handwerk das Baunebengewerbe mit seinen Berufsbildern wie Tischler und Maler.

Stellen in Stadtallendorf

Auch eine große Eisengießerei in Stadtallendorf stellt wieder ein. Und: Der Juli ist der Monat, in dem ein großer Süßwarenhersteller in Stadtallendorf hauptsächlich Arbeitsplätze vergibt.

Dennoch: Auch wenn sich das Wirtschaftsklima bessere, „sind wir noch nicht über den Berg“, bilanziert der Geschäftsstellenleiter; dafür müsse sich die Auftragslage über Monate stabil verbessern. Eine weitere Baustelle: In der Schwalm haben neun Betriebe mit 143 Beschäftigten aus den Branchen Textil, Möbel und Baugewerbe noch Kurzarbeit angemeldet. „Das ist eigentlich noch nie vorgekommen“, sagt Schmittdiel, „ein, zwei Betriebe mit Kurzarbeit, das wäre normal in den Sommermonaten“.

Mit derzeit 207 Menschen ist auch noch die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen hoch. Weil dazu kurzfristig viele Schulabgänger und junge Menschen nach vollendeter Ausbildung gehören, werde sich die Zahl aber erfahrungsgemäß bald wieder verringern, sagt Schmittdiel. Und: „Der Countdown für den Ausbildungsbeginn läuft.“ Es gibt noch 66 offene Stellen für junge Menschen, etwa in Handwerk, Industrie und Handel.

Für die nach wie vor schwer vermittelbare Gruppe von Arbeitslosen über 55 Jahren ist zudem die Aktion „50plus“ wieder angelaufen, die unter anderem Lohnkostenzuschüsse für Arbeitgeber vorsieht.

Von Jürgen Köcher

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