Hospitalkonzerte: Künstler Dominik Steegmüller, Thomas Bauser und Daniel Mudrack gastierten in Treysa

Ein geistreicher Jazz-Genuss

Treysa. Dafür, dass Dominik Steegmüller keine Worte fand, die seine Frau Julia beschreiben, fand der Mannheimer Künstler am Samstagabend doch beachtlich viele – und originelle noch dazu: Der Sänger war zum zweiten Mal im Hospital zu Gast.

Zusammen mit „Wiederholungstäter“ Thomas Bauser an der Hammond Orgel und dem Drummer Daniel Mudrack trat das Trio in der Reihe „Hospitalkonzerte“ auf. Organisator Stefan Reitz und sein kleines Team sind zu Recht stolz auf sieben erfolgreiche Konzertjahre, ganz ohne Sponsoren.

Im „spätmittelalterlichen Wohnzimmer“ fühlte sich schon mancher Künstler aus der Jazz-Szene zuhause. Hochkarätiges und ungewöhnliches gibt es tatsächlich immer zu hören – und die Zuhörer wissen das zu schätzen.

Trio ohne Namen

Das Trio ohne Namen, „Vorschläge sind willkommen“, parlierte und musizierte sich locker und leicht durch den Abend. Überraschend immer wieder Jazz-Adaptionen bekannter Titel aus dem Popbereich.

Dominik Steegmüller erwies sich nicht nur als hervorragender Sänger, auch als Conferencier machte er sich im besten Wortsinne ausgesprochen gut. Gut gelaunt bezog er das Publikum mit ein, witzelte hier und frotzelte dort, mit leiser Ironie und trockenem Humor. „Sie können gern Wünsche rein rufen, wir ignorieren das erfolgreich“, ermunterte er die Gäste.

Den Michael Jackson Song „Billie Jean“ kleidete er in gefühlvolle Jazz-Klänge ohne ihn über Gebühr zu verklären. Stings „Message in a bottle“ gewann dank seiner Stimme eine frische Leichtigkeit. Den Klassiker „I wonder why“ von Curtis Stigers kommentierte er kokett in Richtung Publikum: „Ihr dürft euch gern anfassen – manche machen das auch so schon.“

Vielfalt der Klangfarben

Dass die Drei auch musikalisch dieselbe Sprache sprechen, war schnell klar: Bauser schien mit der Klaviatur der Hammond virtuos vereint, entlockte dem Instrument eine Vielfalt an Klangfarben. Daniel Mudrack bearbeitete Drums und Becken fast meditativ. Und Steegmüller kokettierte nicht nur mit seinem Charme, sondern vermochte es auch, seiner Stimme faszinierende Nuancen zu verleihen. Das Publikum ging mit, immer wieder gab es begeisterten Zwischenapplaus.

Schlussendlich blieb es bei einer Zugabe. Mudrack erklärte mit trockenem Humor, warum: „Bei einer Zugabe will man mehr. Bei zwei wird es einem schon überdrüssig.“ Die Zuhörer genossen die finalen Akkorde und noch den einen oder anderen Wein im Anbau des Hospitals.

Von Sandra Rose

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