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Ziegenhain: Kabarettist und Poetry Slammer Philipp Scharrenberg zu Gast im Museum

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Mit viel Situationskomik gespickt war das Programm von Künstler Philipp Scharrenberg, der am Samstag in Ziegenhain auftrat.
Mit viel Situationskomik gespickt war das Programm von Künstler Philipp Scharrenberg, der am Samstag in Ziegenhain auftrat. © Philipp Knoch

Mit viel Situationskomik gespickt war das Programm von Künstler Philipp Scharrenberg, der am Samstag in Ziegenhain auftrat.

Schwalmstadt. Philipp Scharrenberg trat mit seinem zweistündigen Programm „Realität für Quereinsteiger“ auf Einladung des Vereins Kultur vor Ort Schwalmstadt am Samstag im Museum der Schwalm auf.

Der aus Bonn stammende 46-Jährige studierte Germanistik und Philosophie, ehe er als sich als Kabarettist einen Namen machte. 2006 kam er zu Poetry Slam, bei dem vorgefertigte Texte vorgetragen werden. Seitdem tourt er mit mehreren Programmen durch Deutschland. 2009 gewann er die Deutschen Poetry Slam Meisterschaften und 2014 die Kabarettbundesliga.

Sein aktuelles Programm „Realität für Quereinsteiger“ bezeichnet Scharrenberg selber als Kabarett in HD (Hoher Dichtkunst). Dieses ergründe in einem modularen Workshop die Realität, wie er zu Beginn seines abwechslungsreichen Auftritts rappend erläuterte. Der Kabarettist hatte da das Publikum schon für sich gewonnen, obwohl viele noch nie etwas von Poetry Slam gehört hatten.

Spiel mit der deutschen Sprache

Das Publikum konzentrierte sich voll und ganz auf Scharrenbergs Spiel mit den Worten und genoss sichtlich die unterhaltsamen Monologe. Zwischen erzählenden Passagen streute der Künstler immer wieder Gedichte und Lieder ein. Auf der Bühne inszenierte er eine Hörspielaufführung über Lino Looser, einem fiktiven Kindheitshelden, angelehnt an Benjamin Blümchen, der die Leitung eines Supermarkts übernimmt. Dabei spielte er immer wieder gekonnt mit der deutschen Sprache – „Wort ist mein Sport“ bekannte Scharrenberg.

Der Höhepunkt des Abends war, als Scharrenberg vollen Körpereinsatz zeigte, sein rotes Hemd abstreifte und die Realität in schwarzem Minikleid mit pinker Boa besang. Er beleuchtete dabei die gesellschaftlichen Veränderungen nach der Pandemie – und das mit viel Ironie. Das Schwarz-Weiß-Denken sei verbreitet, so der Kabarettist. Die Welt sei eine polarisierte, die der Nullen und Einsen, die gesellschaftliche Mitte verschwunden. Man solle sich an der Schweiz ein Beispiel nehmen, an dessen Neutralität. Auch übte der Kabarettist Konsumkritik: Die Grufu (Grundfunktion) vieler Gegenstände, wie zum Beispiel Smartphones, sei hinter vielen anderen Funktionen hintangestellt, war Scharrenberg überzeugt.

Dem Publikum gefiel der kontrastreiche Abend, der mit viel Applaus im Museum endete. (Philipp Knoch)

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