Geldstrafen nach Schlägerei vor Treysaer Disko

Schwalmstadt. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt, für die fünf Angeklagten gab es Geldstrafen: Eine Schlägerei vor der Diskothek Hazienda war gestern Thema in einem Prozess vor dem Treysaer Amtsgericht.

Angeklagt waren die fünf jungen Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren wegen gemeinschaftlich-gefährlicher Körperverletzung. Gemeinsam hätten sie an einem frühen Samstagmorgen Ende Februar grundlos auf eine Gruppe von Gästen eingeschlagen, die am frühen Samstagmorgen gegen 4 Uhr die Disko verließ.

Auch wenn den Angeklagten aus dem Altkreis Ziegenhain nicht im Einzelnen die Schläge eindeutig hätten zugeordnet werden können, sah der Jugendrichter ihre Schuld insgesamt als erwiesen an. "Für mich sind sie überführt", sagte Gerhard Glaesel, "sie sind keine Opfer". Die Geldstrafen betragen zwischen 300 und 2000 Euro.

Die Männer hatten ihren Angaben zufolge zuvor auf einer Geburtstagsparty Bier und Wodka getrunken, und waren dann nach Treysa gefahren, um in der Hazienda weiterzufeiern. Doch dort wurden sie, weil generell keine Gäste mehr eingelassen wurden, von den beiden Türstehern abgewiesen.

Die höchste Geldstrafe, die anteilig an die Opfer ausgezahlt wird, wurde dem Mann auferlegt, der als einziger der Gruppe von einer Zeugin im Gerichtssaal wiedererkannt wurde. Der Angeklagte hatte ihr beim Verlassen der Disko im Vorbeigehen an den Po gefasst, sie beleidigt und bedroht, erklärte die 24-Jährige.

Dann ging es im Wortsinne Schlag auf Schlag, wie sich ein anderer Zeuge erinnerte. Ihm sei unvermittelt in den Nacken getreten worden. Ein weiterer Zeuge berichtete von einem plötzlichen Schlag ins Gesicht. Zwei weitere Zeugen, die auf der anderen Straßenseite in einem Taxi warteten, eilten zur Hilfe.

Doch die Schlägerei ging weiter und endete mit einem blauen Auge, einem kaputtem Knie und anderen Gesichtsverletzungen für die Angegriffenen. Erst als die Gruppe von fünf Männern und einer Frau in das Taxi sprang, endete die Schlägerei. Wenige Meter weiter am McDonalds am Treysaer Ortsausgang kam die Polizei hinzu, die der Taxifahrer zwischenzeitlich gerufen hatte. Die Angeklagten hatten vor Gericht übereinstimmend bekundet, den Grund für die Schlägerei nicht zu kennen.

Es habe Missverständnisse gegeben, es sei plötzlich geschubst worden, einer von ihnen sei zu Boden gefallen, ein anderer habe sich nur verteidigt und ohne Ziel um sich geschlagen. "Es waren zwei Gruppen zur falschen Zeit am falschen Ort", fasste einer der Angeklagen zusammen. Weder die beiden Türsteher noch der Taxifahrer konnten mit ihren Aussagen klären, wer gegen wen geschlagen hatte. Doch dass die fünf Angeklagten zusammen provoziert und zugeschlagen hatten, sah Jugendrichter Glaesel als erwiesen an.

Was ihn besonders ärgerte: Erst auf seinen Druck hin seien den Männern zum Prozessende erste Worte des Bedauerns über die Lippen gekommen. "Die Geschichte ist schlimmer, als die denken", sagte Glaesel. Nur um den jungen Angeklagten den Weg in die Zukunft nicht zu verbauen, würde das Verfahren eingestellt. Ähnlich sah es der Staatsanwalt. "Es sieht so aus, als hätte ihre Clique Spaß an der Schlägerei gehabt", sagte er, "und das macht kein gutes Bild". (jkö)

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