Ein guter Ton im Parlament

Gemeindeverband der CDU Oberaula feiert 50. Geburtstag

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Hoher Besuch beim Gemeindeverband: von links Karin Schmidt (MdL), Oberaulas Bürgermeister Hans-Joachim Schnücker, Ministerpräsident Uwe Barschel, Hans-Eppo Freiherr von Dörnberg und Hermann Stahlberg (MdB). Zu welchem Anlass der Besuch stattfand, ist nicht dokumentiert, aber wohl in den 1980er-Jahren.

Gemeindeverband der CDU Oberaula feiert 50. Geburtstag. 

Manches Scharmützel hat Helga Völker erlebt, manchen Kampf zwischen den Parteien ausgefochten: „Aber Spaß hat es immer gemacht“, sagt die 74-Jährige, die von 1993 bis 2004 Vorsitzende der Oberaulaer CDU war. 

Seitdem steht ihr Dieter Groß vor. Ende der Woche blicken die Kommunalpolitiker auf ein Jubiläum: Gefeiert wird der 50. Geburtstag des Gemeindeverbandes.

Im März 1970 hatte der Kreisverband auf Anregung von Hans-Eppo Freiherr von Dörnberg ins Oberaulaer Hotel Braun eingeladen. Hier entstand spontan die CDU Oberaula mit Karl Stiebing an der Spitze.

Das politische Geschehen Oberaulas bestimmten in dieser Zeit Freie Wähler und die SPD, Bürgermeister war Heinrich Battenberg, der ehrenamtlich tätig war. Mit der Gebietsreform 1974 wählte die Gemeindevertretung 1974 den ersten hauptamtlichen Bürgermeister, Dieter Pfalzgraf (CDU). Die CDU hatte in der Gemeindevertretung mit 13 Mandaten die Mehrheit. 

Partei verliert Mehrheit

1977 verlor die Partei die Mehrheit. Karl Stiebing legte sein Vorstandsamt nieder. Im Vorsitz folgte Hans-Eppo Freiherr von Dörnberg. 1980 wurde mit Hans-Joachim Schnücker ein Kandidat der SPD zum neuen Bürgermeister. 

Es begann ein Auf und Ab für die Union: 1981 erreichte die CDU 52,4 Prozent und stellte mit Dieter Pfalzgraf den Vorsitzenden der Gemeindevertretung und mit Hans-Eppo Freiherr von Dörnberg den Ersten Beigeordneten. Das Bild änderte sich 1985 zugunsten der SPD. 

1992 starb Pfalzgraf, die neue Vorsitzende wurde Helga Völker: „Die Hersfelder Zeitung titelte, ich sei die erste weibliche Beigeordnete weit und breit“, berichtet die Oberaulaerin. Anfangs sei es tatsächlich ein hartes Stück Arbeit gewesen, sich gegen die Männer zu behaupten. Ein Parteikollege habe mal einen Satz mit „Mein liebes Mädchen“ begonnen. „Da war ich 40 Jahre alt“, sagt Völker. Letztlich habe sie sich aber doch Respekt verschafft: „Mit logischem Denken und einer klaren Position.“

Erste Direktwahl des Bürgermeisters

Im November 1997 fand die erste Bürgermeister-Direktwahl in Oberaula statt. Schnücker kandidierte nicht mehr. Neben Rudi Thamer für die FWGO, dem in der Stichwahl gewählten Bürgermeister Karl-Heinz Vestweber für die SPD, trat Klaus Wagner für die CDU an. Er erhielt in der Stichwahl 47,3 Prozent. 2009 wurde er dann tatsächlich neuer Bürgermeister, Dieter Groß zum Vorsitzenden des Gemeindeparlaments gewählt. 

Bei den Ortsbeiratswahlen setzte sich Groß etwa für Bürger- statt Parteilisten ein. „Damit gab es eine reine Persönlichkeitswahl, die sich als sehr belebend für die Zusammenarbeit in den Dörfern erwiesen hat“, erklärt der 64-Jährige.

CDU-Bürgermeister im Amt bestätigt

Klaus Wagner wurde 2016 im Amt bestätigt, Groß legte im Frühjahr 2018 aus familiären Gründen sein Mandat nieder. Vorsitzender des Gemeindeverbandes ist er aber bis heute. Manch schwere Entscheidung galt es zu treffen, sagt er. Etwa der Kanalbau, das Anheben der Grundsteuer, die Sanierung desSchwimmbades und das neue Dorfgemeinschaftshaus für Wahlshausen.

Die CDU Oberaula hat aktuell 68 Mitglieder und vor allem Helga Völker ist froh, dass der Ton untereinander längst nicht mehr so rau ist. „Das Zusammenleben der Parteien ist angenehmer geworden.“

Dass das nicht immer so war, bestätigt Groß: „Früher wurde gesagt, nach Oberaula musst du gehen – da ist immer was los.“

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