40. Geburtstag: Rotary Club Schwalmstadt plant Stammzell-Typisierung in Ziegenhain

Genetischer Zwilling gesucht

Typisierungsaktion: Rotary-Präsident Dr. Norbert Hesselbarth, Heinz Robens (DSD), Schirmherrin Donata Schenck zu Schweinsberg und Dr. Reinhard Trolp (von links) engagieren sich für das Projekt. Foto: Rose

Schwalmstadt. Der Rotary Club Schwalmstadt feiert in diesem Jahr 40. Geburtstag: Die Mitglieder wollen sich jedoch nicht selbst, sondern die Allgemeinheit beschenken. Für Februar planen die Rotarier eine große Typisierungsaktion an der Asklepios-Klinik in Ziegenhain. Initiiert haben die Idee der aktuelle Präsident Dr. Norbert Hesselbarth, Dr. Reinhard Trolp und Volprecht von Gilsa.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Stammzellspenderdatei (DSD) und Schirmherrin Donata Schenck zu Schweinsberg, der Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, wollen die Rotarier möglichst viele Menschen dazu gewinnen, sich typisieren zu lassen. Als Anschub finanziert der Rotary Club Schwalmstadt 50 bis 100 Typisierungen – die Kosten liegen pro Typisierung bei 50 Euro.

Test ist denkbar einfach

„Gesucht wird praktisch ein genetischer Zwilling. Dabei ist das Verfahren denkbar einfach: Der Test erfolgt über ein Wattestäbchen, einem Wangenabstrich im Mund“, erläutert Heinz Robens, geschäftsführender Gesellschafter der DSD. Das Bekanntwerden der Aktion verbindet Dr. Hesselbarth mit dem Wunsch der Initialzündung: „Wir wollen in der Folge vor allem junge Leute, an Schulen, Unternehmen, Vereinen und in der Bundeswehr ansprechen, teilzunehmen.“ Nicht nur jeder Einzelne könne sich mithilfe der Abnahme des Gentest beteiligen: „Auch ideelle Unterstützung ist wichtig, damit sich möglichst viele Menschen typisieren lassen können“, sagt Trolp.

Donata Schenck zu Schweinsberg ist überzeugt: „Jeder kann im Leben irgendetwas abgeben. Man muss die Menschen nur sensibilisieren und motivieren.“

Menschen bis 55 Jahre könnten an der Typisierung teilnehmen, erläutert Robens: „Bis zum 61. Lebensjahr bleibt man in der Datei.“ Die DSD treibe insbesondere Projekte an Schulen voran: „Zuletzt haben sich 2500 Schüler typisieren lassen. In zwölf Monaten wurden elf Spender gefunden.“ Die Heilungschancen stiegen, je schneller sich ein Spender finde. „Wenn die Transplantation gelingt, sind die Chancen auf Heilung sehr hoch“, sagt Hesselbarth.

Erfreulich sei in den vergangenen Jahren die Spendenbereitschaft: „60 Prozent aller Blutspender sind Stammzellenspender“, erklärt Robens.

Suche in der Familie

Gesucht würde nach einem Spender zunächst in der Familie, dann in Deutschland und schließlich weltweit. „Deutschland versorgt mit seinen Spendern 63 Prozent weltweit. Obwohl die USA größere Dateien hat, wird in Deutschland aufgrund detaillierter Dokumentation am schnellsten ein Spender gefunden“, erläutert der Gesellschafter. WEITERE ARTIKEL

Von Sandra Rose

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