Hochkarätige Klaviermusik in der Treysaer Hospitalskapelle: Menachem Har-Zahav war am Samstagabend zu Gast

Von Gershwin bis Rachmaninoff

Virtuos: Menachem Har-Zahav gastierte am Samstag mit seinem Klavierprogramm in der Hospitalskapelle in Treysa. Foto: Rose

Treysa. Virtuose und hochkarätig interpretierte Klaviermusik erlebten am Samstagabend die Zuhörer in der Treysaer Hospitalkapelle: Pianist Menachem Har-Zahav präsentierte sein Programm Programm, in dem er sich Gershwin, Chopin, Rachmaninoff und Debussy widmete.

Zum dritten Mal war der in Tel Aviv geborene Musiker, der im Kindesalter mit der Familie in die USA emigrierte, in der Schwalm zu Gast. Menachem Har-Zahav erhielt bereits ab seinem vierten Lebensjahr Klavierunterricht. Nach nur wenigen Monaten konnte er das erste Mal öffentlich spielen. Sein erstes Konzert gab der Musiker mit sieben Jahren, mit 16 interpretierte er Gershwins Rhapsody in Blue mit Orchesterbegleitung. Die war am Samstag in der Kapelle nicht nötig: Denn als Solist beherrschte er das differenzierte und virtuose Spiel hervorragend. Dabei bemerkenswert war die formvollendete Darbietung, gepaart mit einer fast traumwandlerisch sicheren Technik: Har-Zahav eilte über die Tastatur, hielt inne, zelebrierte fast gehauchte Töne, um dem Flügel wenig später gar Grollendes zu entlocken.

Chopins Ballade in g-Moll intonierte er episch-lyrisch, mit der nötigen Prise Dramatik. Teile aus Rachmaninoffs Klavierzyklus, die in ihrer melancholisch-pathetischen Klangsprache, den dramatischen Aufschwüngen und dynamischen Steigerungen einen letzten Höhepunkt spätromantischer Klaviermusik darstellen, werden in Fachkreisen nach wie vor als eine Herausforderung für große Pianisten gesehen – Menachem Har-Zahav gelang der Spagat mühelos, aber zu jeder Zeit empathisch. In „An American in Paris“ - neben „Rhapsody in blue“ eines der bekanntesten Werke Gershwins - verarbeitete der Komponist einst seine eigenen Eindrücke aus der Stadt an der Seine. Mit Debussy leitete der Virtuose den Reigen romantischer Werke ein. In seiner Spielweise bewies Har-Zahav ein umfängliches Verständnis für die Komplexität des Genres.

Das Publikum würdigte die mit Kraft und Hingabe intonierte Auswahl mit reichlich Applaus.

Von Sandra Rose

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.