Eine neue Tafel informiert am Bahnradweg

Die Geschichte der Grenff-Mühlen

Infotafel: (von links) Eckhardt Knauff, Wilfried Lippert, Uwe Rohland (beide Förderverein Ottrau), Andreas Itzenhäuser (VR-Bank) und Helmut Reich wirkten daran mit. Foto:  privat

Ottrau. Eine neue Infotafel zur Geschichte der Mühlen im Grenfftal wurde vom Förderverein Europaradweg bei Schorbach präsentiert. Konzipiert hat sie Nausiser Pädagogen Helmut Reich, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, gestaltet wurde sie vom Neukirchener Designer Eckhardt Knauff. Finanziert wurde das Projekt durch eine Spende der VR-Bank Hessenland und des Fördervereins.

Neben historischen Fotos und Dokumenten zeigt die Tafel eine Karte, auf der die ehemals 17 Mühlen von Görzhain bis Loshausen mit ihren vielfältigen Funktionen eingezeichnet sind. Denn fast alle Mühlen hatten neben dem Mahlgang zum Mahlen des Getreides noch weitere Arbeitsvorrichtungen zum Sägen, Zerstampfen von Ölfrüchten, Bearbeitung von Stoffen und Schleifen von Werkstoffen. In den Neukirchener Mühlen wurde auch die Waidpflanze, die den Ausgangsstoff für Blaufärberei lieferte, zermahlen.

Kurze Texte weisen auf die Bedeutung der Mühlen als älteste Betriebe der Industriegeschichte und als Orte der Kulturgeschichte hin, denn in der Romantik spielten die Mühlen in Märchen und Volksliedern eine große Rolle. Die etwa 700-jährige Geschichte der Mühlen an der Grenff endete 1998 als die beiden letzten Mühlen in Neukirchen den Mahlbetrieb einstellten. Das einzig verbliebene Mühlrad dreht sich heute, von der Infotafel aus sichtbar, im Mühlenmuseum der Steinmühle.

Helmut Reich sagte: „Es geht uns darum, die Attraktivität des Radweges zu steigern und die Radtouristen und Fußgänger auf kulturhistorisch interessante Begebenheiten links und rechts des Radweges aufmerksam zu machen.“ So viele ehemalige Mühlen auf so wenigen Kilometern direkt von einem Radweg aus sehen zu können, sei einmalig in Deutschland.

Andreas Itzenhäuser wies auf die traditionelle Verbindung zwischen der ländlichen Bevölkerung und den Raiffeisengenossenschaften hin. Wilfried Lippert vom Förderverein bedankte sich bei der VR-Bank für die Unterstützung und kündigte weitere Aktivitäten zur Ausgestaltung des Radweges an. (cls)

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