WMZ zahlt Weihnachts- und Urlaubsgeld nicht aus

IG Metall fordert Tarifvertrag bei Werkzeugmaschinenbau Ziegenhain

Mehrere Mitarbeiter von Werkzeugmaschinenbau Ziegenhain GmbH stehen vor dem Unternehmen in Ziegenhain. Auch Vertreter der IG Metall Mittelhessen sind vor Ort.
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Sind von der Geschäftsführung enttäuscht: Die IG Metall Mittelhessen hat zusammen mit den Beschäftigten der Werkzeugmaschinenbau Ziegenhain GmbH gestern eine sogenannte aktive Mittagspause veranstaltet.

Beschäftigte der Werkzeugmaschinenbau Ziegenhain GmbH (WMZ) haben am Mittwoch auf Missstände im Unternehmen aufmerksam gemacht. Viele von ihnen haben kein Weihnachts- und Urlaubsgeld bekommen.

Ziegenhain – Erst gab es kein Urlaubsgeld und nun wurde auch die Ausschüttung der Weihnachtszuschläge gestrichen – viele Beschäftigte der Werkzeugmaschinenbau Ziegenhain GmbH (WMZ) hatten fest mit dem Geld gerechnet und sind nun von der Geschäftsführung enttäuscht. Besonders die verspätete Kommunikation kritisiert Frank Eifert, Betriebsratsvorsitzender. „Es gab auch Gesprächsversuche unsererseits, die leider nicht erfolgreich verliefen.“

Deshalb hat die IG Metall unter dem Motto „Gemeinsam für sichere Arbeitsplätze und faire Bezahlung“ am Mittwoch zu einer aktiven Mittagspause aufgerufen, um auf die, ihrer Meinung nach unfaire Behandlung aufmerksam zu machen und sichere Arbeitsbedingungen zu fordern. „Eine derartige einseitige Sparmaßnahme auf dem Rücken der Beschäftigten zeugt von mangelnder Wertschätzung gegenüber der geleisteten Arbeit aller Beschäftigten bei WMZ“, erklärt Mario Wolf, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Mittelhessen. „Mit der Aktion wollen wir uns Gehör verschaffen und auf unsere Situation aufmerksam machen“, so Eifert.

Protest vor WMZ-Niederlassung: Unternhmen erkennt Tarifverträge nicht an

Das Problem sei, dass WMZ die Tarifverträge der Branche nicht anerkenne und dementsprechend für fast alle Mitarbeiter kein Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld gelte. Es handelt sich somit um eine freiwillige Zahlung, die jederzeit gestrichen werden kann. Die IG Metall fordert deshalb vom Unternehmen Verhandlungen über einen Tarifvertrag.

Auf Nachfrage der HNA erklärte die Geschäftsleitung der WMZ, dass das zusätzliche Geld aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht gezahlt werden konnte. „Im Vergleich zu 2019 ist unser Umsatz um 25 Prozent eingebrochen“, erklärt Matthias Littig, kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens. „Unser Ziel ist es, trotz angespannter Situation möglicht viele Beschäftigte im Betrieb zu halten.“ Man habe zudem mehrfach signalisiert, dass das Weihnachts- und Urlaubsgeld eventuell nicht ausgezahlt werden könne. Littig zeigte sich gesprächsbereit: „Uns ist der Austausch mit der Gewerkschaft und der Belegschaft wichtig.“ Die vergangene Gesprächsrunde mit der IG Metall sei Ende Oktober ins Stocken geraten. (Felix Busjaeger)

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