Kein Netz bis zum Grundstück

Kein schnelles Internet für Gilserberg? Gemeindevertretung zieht Glasfaserauftrag zurück

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Netzausbau gestoppt: Entgegen der ursprünglichen Planungen bekommen die Anwohner der Ortsdurchfahrt in Itzenhain kein Glasfaser bis zur Haustür.

Bei den Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt in Gilserberg wird doch kein Glasfasernetz bis an die Grundstückgrenze auf eigene Kosten verlegt.

Statt wie ursprünglich vorgesehen, wird die Gemeinde Gilserberg bei den aktuell laufenden Bauarbeiten in der Ortsdurchfahrt doch kein modernes Glasfasernetz bis an die Grundstückgrenze auf eigene Kosten verlegen lassen. Unsere Zeitung hatte darüber im Frühjahr berichtet.

Gilserbergs Gemeindevertreter beschlossen jüngst mehrheitlich in einer kurzfristig angesetzten Sondersitzung, den 107.000-Euro-Auftrag mit der Baufirma zu stornieren. Stattdessen soll mit dem Geld als Kompensation teilweise eine Straße in der Ortslage saniert werden. Sechs Parlamentarier stimmten für die Kündigung des Gewerks, vier waren dagegen, drei enthielten sich.

Bewohner sind nicht vom schnellen Internet abgeschnitten

Der Beschluss bedeutet nicht, dass die Anwohner der Durchgangsstraße vom schnellen Internet abgeschnitten sind, es wird nur nicht ganz so schnell. Der Ausbau durch die Breitband Nordhessen mit 50 Mbit/s erfolge natürlich trotzdem, sagte Bürgermeister Rainer Barth auf Anfrage. Grund für den Meinungswandel der Gemeindevertreter waren neue Erkenntnisse: Offenbar besteht für Gilserberg doch keine gesetzliche Pflicht zum Einbau eines FFTB-Netzes (Fiber To The Building). 

Darüber hinaus gibt es laut Barth ab 2020 Fördermittel für den Ausbau von Glasfaserverbindungen. Rechtzeitig für den geplanten Ausbau in Schönstein, zu spät für Itzenhain. Das Planungsbüro sei zurückgerudert und habe nun eine andere Rechtsauffassung, so Barth: „Auch der Kreis und das Land sehen keine Verpflichtung.“

"Die Gemeindevertretung wurde schlecht informiert"

Man hätte sich seitens Verwaltung und Bürgermeister in der Sache schon im Vorfeld eine bessere Vorbereitung gewünscht, kritisiert hingegen Martin Dippel, SPD: „Die Gemeindevertretung wurde schlecht informiert.“

Auch wenn Land und Bund beim Breitbandausbau in der Pflicht seien, sei man im konkreten Fall dafür gewesen, den Ausbau in Gemeindehand zu belassen, erklärt Dippel und fügt an, dass er nicht recht daran glaube, dass man in einigen Jahren in dem Dorf ein FFTB-Netz verlegen werde: „Für Itzenhain ist der Beschluss katastrophal.“

Tim Dehnert (CDU) kritisiert ebenfalls die mangelhafte Beratung des Planungsbüros: „Aufgrund der neuen Erkenntnisse mussten wir neu abstimmen.“ Außerdem seien beim Breitbandausbau andere Stellen gefragt, so der CDU-Fraktionssprecher: „Warum soll die Gemeinde allein in die Bresche springen.“

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