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Gilserberg: Einsatzstellenhygiene hat Priorität

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Von: Matthias Haaß

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Die Feuerwehr Gilserberg hat für 23 000 Euro einen neuen Hygieneanhänger (im Bild hinten links) beschafft. Damit können Einsatzkräfte direkt an der Einsatzstelle von giftigen und krebserregenden Stoffen gereinigt werden.
Die Feuerwehr Gilserberg hat für 23 000 Euro einen neuen Hygieneanhänger (im Bild hinten links) beschafft. Damit können Einsatzkräfte direkt an der Einsatzstelle von giftigen und krebserregenden Stoffen gereinigt werden. © Feuerwehr Gilserberg

Die Feuerwehr Gilserberg hat einen neuen Hygieneanhänger beschafft. Damit können Einsatzkräfte direkt an der Einsatzstelle von giftigen und krebserregenden Stoffen gereinigt werden.

Gilserberg. Einsatzstellenhygiene hat bei den Feuerwehren in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert bekommen. Es ist mittlerweile erwiesen, dass Brandrückstände krebserregend sein können. Feuerwehrleute gehören zur Risikogruppe: Das Stichwort heißt Feuerkrebs. Von zentraler Bedeutung ist die Reinigung der Einsatzkräfte unmittelbar nach dem Einsatz.

In der Gemeinde Gilserberg gibt es dafür jetzt einen speziellen Anhänger: Er dient nicht nur als wettergeschützte Umkleidemöglichkeit, sondern in dem Wagen können sich Feuerwehrleute grob reinigen, die HNA berichtete. Der Anhänger kostetet nach Angaben der Feuerwehr 23 000 Euro.

Zusätzlich dazu hat die Feuerwehr Gilserberg ein umfassendes Hygienekonzept entwickelt und getestet. Ziel sei es, die Einsatzkräfte vor giftigen Stoffen bei Feuerwehreinsätzen zu schützen, informierte Gemeindebrandinspektor Oliver Neuwirth: „Bei Brandeinsätzen sind insbesondere die Atemschutzgeräteträger, die im Innenangriff, das heißt zum Beispiel Menschen aus brennenden Wohnungen retten, tätig werden, zahlreichen gefährlichen Atemgiften ausgesetzt.“

Grobreinigung mit Wasser und Bürste

Während der Rettungs- und Löscharbeiten seien die Feuerwehrleute durch die Schutzkleidung und die Atemschutzgeräte geschützt, erklärt Neuwirth weiter: „Aber was passiert, wenn der Trupp seinen Einsatz beendet und das Atemschutzgerät ablegt?“ Die Lösung im Hochland ist der neue Anhänger. Bei der Feuerwehr Gilserberg wird ab sofort eine Ortsteilwehr – Sachsenhausen oder Schönstein – alarmiert, um die Reinigung der eingesetzten Atemschutzgeräteträger zu ermöglichen. Die notwendige Ausstattung ist auf dem neuen Hygieneanhänger verladen, der im Feuerwehrhaus Sachsenhausen steht. An der Einsatzstelle werden Stationen aufgebaut, an denen die Einsatzkräfte nach und nach dekontaminiert werden, so der Gemeindebrandinspektor: „Die Feuerwehrangehörigen, die bei der Reinigung unterstützen, sind selber mit FFP2-Masken und Einwegschürzen vor einer Kontamination geschützt.“

Zunächst erfolgt eine Grobreinigung der Atemschutzgeräte und der Schutzkleidung mittels Wasser und Bürste. Anschließend unterstützt der Reinigungstrupp beim Ablegen von Helm, Atemschutzgerät, Atemschutzmaske und Funkgerät. Im beheizten Anhänger wird die kontaminierte Schutzkleidung abgelegt. Mit einem bereitgestellten Trainingsanzug können die Feuerwehrleute den Anhänger anschließend sauber verlassen. Die kontaminierte Schutzkleidung wird in einem Plastiksack verpackt, sodass sich Schadstoffe nicht weiter verbreiten und werden dannen zur professionellen Reinigung gebracht.

Nach Verlassen des Anhängers können die Feuerwehrleute etwas trinken und gegebenenfalls essen, bevor sie an ein Feuerwehrhaus gefahren werden und dort Gelegenheit zum Duschen haben, so Neuwirth.

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