Autobahn hat Folgen für das Hochland

Gemeindevertretung Gilserberg debattiert über Lärmschutz und größeres Feuerwehrauto

Ortseinfahrt: Der Zustand der Landesstraße zwischen Treysa und Gilserberg beschäftigte am Dienstagabend die Gemeindevertretung.
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Ortseinfahrt: Der Zustand der Landesstraße zwischen Treysa und Gilserberg beschäftigte am Dienstagabend die Gemeindevertretung.

Seit vergangener Woche führt die A 49 bis Treysa. Debatten um die Folgen des Infrastrukturprojektes gibt es aber nach wie vor. Auf der Sitzung der Gemeindevertretung Gilserberg stand bei mehreren Tagesordnungspunkten die Autobahn wie der sprichwörtliche Elefant im Raum.

Gilserberg. Eine mehrfach getätigte Aussage ließ Besucher der Sitzung besonders aufhorchen: In der Hochlandgemeinde wird damit gerechnet, dass zumindest mittelfristig die von Treysa kommende Landesstraße in Richtung Gilserberg zur Bundesstraße umgewidmet werden könnte. Gegenüber der HNA wollte ein Sprecher von Hessenmobil am Mittwoch zu diesem Gerücht zum aktuellen Zeitpunkt noch nichts sagen, auch nicht, was in der Folge mit der alten B3 passiert und welchen Status die Straße zukünftig haben könnte.

Das aus Richtung Treysa zumindest in den kommenden zwei Jahren ein größeres Verkehrsaufkommen zu erwarten ist, ist den Gilserberger Parlamentariern klar. Man rechne mit bis zu 6000 Fahrzeugen, sagte Michael Stuhlmann von der CDU und kritisierte in den Zusammenhang die Politik des Landes.

Sachsenhausen bekommt ein Mittlers Löschfahrzeug

Bereits 2016 habe man Wiesbaden auf das Problem hingewiesen. Nicht nur einmal, wie Stuhlmann betonte. In den vergangenen Jahren habe man zehn Schreiben an die Verantwortlichen geschickt. „Nichts hat sich getan. Wir müssen aber dranbleiben.“ Ausgangspunkt der Debatte war die durch die Autobahnabfahrt beziehungsweise -auffahrt bei Schwalmstadt veränderte Verkehrssituation an der Landesstraße und ein Antrag der SPD-Fraktion zum Thema Lärmschutz. Martin Dippel (SPD) zeigte sich ebenfalls enttäuscht von der Landesregierung. Man habe erst kürzlich in der Sache einen Brief geschrieben, aber bis heute noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen. Dabei ist die Hochlandgemeinde unmittelbar betroffen. Unter anderem muss Gilserberg bei der Feuerwehrausstattung nachsteuern. Ein ursprünglich für den Ortsteil Sachsenhausen eingeplantes Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) reicht nicht mehr aus, stattdessen soll die Feuerwehr 2024 ein Mittleres Löschfahrzeug (MLF) bekommen. Das hatte zu Folge, dass nun der Bedarfs- und Entwicklungsplan geändert wurde. Die Notwendigkeit für das neue Fahrzeug wurde von keiner Fraktion infrage gestellt – auch wenn das MLF teurer wird, als das TSF-W. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Land übernimmt Kauf des Fahrgestells

Die Kosten für solche Einsatzfahrzeuge lagen in der Vergangenheit laut GBI Oliver Neuwirth bei gut 170 000 Euro, die für ein TSF-W bei 135 000 Euro – ohne Beladung. Bei beiden Typen übernimmt das Land Hessen den Kauf des Fahrgestells.

Auf den Nägeln brennt den Gilserbergern auch der Zustand der Landesstraße, die an vielen Stellen einer Buckelpiste gleicht. Was nicht nur den Fahrkomfort und die Sicherheit verschlechtert, sondern den Lärm verstärkt. Auch bei diesem Punkt wollen die Parlamentarier weiter Druck machen. Dabei sind die Gemeindevertreter realistisch genug, dass es wohl bis zum Lückenschluss der A 49 in 2024 keine größeren Sanierungsarbeiten und damit verbundene Straßensperrungen geben wird. Das sei den Bürgern nicht zuzumuten.

Genau auf diesen Punkt hatte die Gemeinde Hessen Mobil übrigens bereits 2018 in einem gemeinsamen Schreiben mit Schwalmstadt hingewiesen. Zeit wäre also gewesen, passiert ist nichts.

Die Straße sei in einem verkehrstüchtigen Zustand, sagte ein Behörden-Sprecher unserer Zeitung: „Bauliche Maßnahmen befinden sich in der Vorbereitung.“

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