Kellerwald Hospiz in Coronazeiten 

Alltag im Ausnahmezustand: Dem Kellerwald Hospiz fehlt Schutzbekleidung 

Im Erinnerungsgarten können Hospizgäste die Natur genießen.
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Im Erinnerungsgarten können Hospizgäste die Natur genießen. Unser Archivbild entstand vor der Corona-Pandemie.

Kellerwald Hospiz in Gilserberg: Dem Hospiz fehlt Schutzbekleidung. Außerdem müssen natürlich auch im Garten die Sicherheitsabstände eingehalten werden.

  • Dem Kellerwald Hospiz in Gilserberg im Kreis Schwalm-Eder geht die Schutzkleidung aus
  • Anfragen für Schutzkleidung aufgrund der Knappheit in der Corona-Krise nicht erfolgreich
  •  Leben der Gäste spielt sich in den Zimmern ab

Der Duft von frischem Kuchen und Frühlingsblumen bringen das Gefühl von etwas Normalität ins Kellerwald Hospiz in Gilserberg im Kreis Schwalm-Eder. Das hat auch so manch neue Corona-Regularie umzusetzen:

„Wir halten uns an alle Vorschriften und machen dennoch das Beste aus der Situation. Auch wenn wir alle Sicherheitsabstände einhalten müssen, so leben wir im Haus quasi zusammen wie in einer Großfamilie“, beschreibt Erika Karama die Situation. Im Haus sei es an sich zwar ruhig geworden, doch sei die Stimmung nicht bedrückend oder gar niederschmetternd. „Unsere Gäste sorgen sich eher um ihre Angehörigen und bringen dem Personal große Dankbarkeit entgegen“, so Karama, die ihre Personalplanung so ändern musste, dass sich möglichst wenig Mitarbeiter gemeinsam im Haus aufhalten, um die Gefahr der Ansteckung zu minimieren. 

„Die Ruhe wird genutzt, um den Gästen mal ein Buch vorzulesen, oder auch mal ein Gesellschaftsspiel im Zimmer zu spielen“, so die Hospizleitung.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Eingangspforte ist verschlossen

Das Leben im Hospiz in Gilserberg im Schwalm-Eder-Kreis spielt sich grundsätzlich weitestgehend im Zimmer der Gäste ab, wenngleich diese aber auch den Garten zum Genießen der Sonne nutzen dürfen. 

„Aber auch im Garten müssen die Corona-Sicherheitsabstände eingehalten werden“, so Karama. Die Eingangspforte ist unlängst verschlossen und fungiert höchstens noch für Einzelne als Schleuse, wo dann aber auch Mundschutz und Handschuhe angelegt werden müssen.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Alle Neuzugänge müssen für zwei Wochen in Isolation

Vor einer Neuaufnahme muss das Personal eine Corona-Risikobewertung vornehmen. Geben die Mediziner dann ihr Einverständnis zur Aufnahme, müssen alle Neuzugänge für zwei Wochen in Isolation. „Isolation heißt, dass unsere Mitarbeiter die Zimmer der Neuzugänge nur in voller Schutzmontur betreten dürfen. Dies ist keine einfache Situation können uns die Neuzugänge so doch gar nicht wirklich kennenlernen“, so Karama.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Isolationszimmer stellen Mitarbeiter vor Herausforderungen

Für die Mitarbeiter sei die Betreuung der Isolationszimmer in der Corona-Krise sehr anstrengend, denn jedes Anlegen von Schutzausrüstung sei aufwendig. „Zudem steigt die Sorge, wie lange der Vorrat an Schutzausrüstung noch reicht“, gesteht Karama, die sowohl beim Gesundheitsamt, beim Sozialministerium wie auch beim Fachverband Bedarf angemeldet hat. 

„Bislang ist bei uns vom angeblich eingetroffenen Material noch nichts eingegangen. Uns bleibt somit nur der Ressourcen schonende Umgang wie es vom Robert-Koch-Institut empfohlen wird.“, so Karama.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Es fehlen Schutzkittel

Alle selbst getätigten Bestellanfragen seien ins Leere gelaufen. Neben Mundschutz würden vor allem auch Schutzkittel benötigt. „Wir freuen uns alle auf die Zeit, wenn wir wieder zum Normalzustand zurückkehren können und wir auch wieder Besuchergruppen empfangen können“, meint Karama.

Ohne Corona hätte am vergangenen Wochenende eine Mandolinengruppe für etwas Unterhaltung im Hospiz gesorgt. „Jetzt halten eben eher kulinarische Leckereien unsere Gäste bei Laune“, so die Hospizleitung.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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