Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis

Trotz Corona: Videochat bringt Familien zusammen - Freudentränen im Gesicht

Coronavirus im Schwalm-Eder-Kreis: Videochat bringt Familien zusammen
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Technik, die verbindet: Im Gilserberger Wohn- und Pflegezentrum Kikra kann Elisabeth Franz mittels Skype mit der Familie in Kontakt bleiben. Larissa Blazquez-Müller unterstützt die Seniorin.

Um Infektionen mit Corona zu verhindern, gibt es in Senioreneinrichtungen Besuchsverbote. Mit Skype bleiben die Menschen in Kontakt.

„Wenn die Verbindung steht und unsere Bewohner ihre Angehörigen endlich wiedersehen, ist die Freude in den Gesichtern unendlich groß. Da bleibt die ein oder andere Freudenträne nicht verborgen“, sagt Jens Büker, Pressesprecher der Charleston-Gruppe zu dem auch das Wohn- und Pflegezentrum Kikra gehört.

Mario Müller, Einrichtungsleiter in Gilserberg hatte die Idee, den durch die Kontaktsperre der Corona-Krise in Isolation lebenden Heimbewohnern über den Videochat Skype ein Wiedersehen mit den Angehörigen zu ermöglichen. Nach Rücksprache mit der Geschäftsstelle war die Kontaktidee schnell umgesetzt und erste Skype-Konferenzen wurden zwischen Bewohnern und Angehörigen vermittelt. „Das Angebot steht prinzipiell jedem unserer Bewohner offen“, so Büker.

Für die Umsetzung an sich ist Larissa Blazquez-Müller, Leitung soziale Betreuung, verantwortlich. Sie vereinbart telefonisch mit den Angehörigen Tag und Uhrzeit für das Treffen per Skype.

Die Betreuungskräfte des Hauses unterstützen die Bewohner sodann beim Verbindungsaufbau und geben dann den Bewohnern ausreichend Zeit, um sich mit den Lieben zu Haus auszutauschen. „Auch für mich ist es sehr schön zu sehen, wie groß die Freude bei unseren Bewohnern ist, wenn sie die Möglichkeit erhalten ihre Angehörigen zu sehen. Ich bin froh, dass wir dieses Angebot zur Verfügung stellen können“, sagt Larissa Blasquez Müller.

Die meisten Angehörigen seien begeistert von der neuen Möglichkeit. Inzwischen werde daher nicht mehr nur mit Ehepartnern und Kindern gechattet, sondern auch die Enkel und Ur-Enkel stünden schon auf der Terminliste. Manch Angehörige lassen sich bei der Einrichtung der nötigen Technik von Kindern und Enkeln helfen, anderen wiederum steht der Betreuungsdienst des Hauses telefonisch beratend zur Seite.

„Ein vertrautes Gesicht zu sehen, ist doch noch einmal ein bisschen schöner, als nur die Stimme übers Telefon zu hören“, meint Larissa Blasquez-Müller.

Auch bei Fragen zum persönlichen Handy helfen die Mitarbeiter immer gerne weiter. Im Bereich der Einzelbetreuung käme ohnehin schon seit einiger Zeit ein Tablet mit einer Sammlung verschiedenster Medien wie Bildern, Texten, Liedern und Spielen zum Einsatz. Aber auch die Bewohner, die mit der modernen Technik nichts zu tun haben möchten, erhalten ganz nach Bedarf ein vielfältiges Angebot zur Beschäftigung. Nichtsdestotrotz sei die aktuelle Situation für viele Bewohner nicht einfach. Gerade Menschen, die regelmäßig Besuch empfangen oder sich auf gemeinsame Ausflüge, Feste und Veranstaltungen gefreut hätten, bedauerten die Entwicklungen.

„Sie sind dankbar für jede Ablenkung und nette Geste. Unsere Mitarbeiter geben ihr Bestes, um sowohl den gewohnten Ablauf aufrecht zu erhalten und gleichzeitig ein attraktives Programm in der Einzelbetreuung anzubieten“, sagt der Pressesprecher.

Das Basteln von Osterdeko oder das Binden von Blumensträußen fürs Zimmer zaubere schon das ein oder andere Lächeln ins Gesicht. „Die meisten Bewohner haben Verständnis für die aktuelle Situation und machen mit den Mitarbeitern das Beste daraus“, so Büker. Das Skype-Angebot gäbe es inzwischen nicht nur im Haus Kikra, sondern auch in allen anderen Einrichtungen der Charleston-Gruppe, erklärt der Sprecher.

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